CES 2012 – Sündenfrei in Sin City

Enterprise

Die Consumer Electronic Show (CES) gehört für viele IT-Profis zum ersten Pflichttermin des Jahres. Eine Pflicht freilich, die sich in Las Vegas wie auf keinem anderen Ort der Welt federkissenleicht mit dem Vergnügen verbinden lässt. Ganz zu schweigen von der Erotikmesse, die alljährlich parallel stattfindet. Doch dieses Jahr ist alles anders. Was ist passiert?

Das Nebeneinander von CES und AVN Adult Entertainment Expo ist seit Jahren von großer Harmonie geprägt. 40 Prozent der AVN-Besucher, so schätzen die Veranstalter der Erotikmesse, sind auch CES-Teilnehmer. Hotels und Messezentren sind groß – da kann man sich schon mal verlaufen…

Eine weniger bekannte Tatsache ist, dass die Erotikmesse aus der CES heraus entstanden ist. Früher gab es nach den Worten eines AVN-Sprechers auf der CES einen Bereich mit “Videos für Erwachsene” – daraus entstand vor zwölf Jahren die Idee, dem Thema eine eigene Messe zu widmen. Bislang wurde sorgfältig darauf geachtet, dass sich die beiden Männer-umschmeichelnden Veranstaltungen für mindestens zwei Tage überschneiden. In diesem Jahr nun wird erstmals mit dieser, für alle Beteiligten anregenden, Tradition gebrochen. Die CES findet vom 10. bis zum 13. Januar statt, die Erotikmesse öffnet ihre Pforten fast eine Woche später vom 18. bis zum 21. Januar. Bis dahin sind auch die feierfreudigsten CES-Gäste abgereist.

Die offizielle Begründung: Der Termin für die CES fällt in diesem Jahr nicht auf ein Wochenende. Die Erotikmesse aber müsse zwingend an einem Wochenende stattfinden, da die AVN-Awards – eine Art Branchen-Oskar – nur an einem Samstagabend vergeben werden können. Insider munkeln zudem, möglicherweise habe es Probleme mit dem bisherigen Veranstaltungsort im Venetian gegeben. Optimisten hoffen derweil, dass nun die Eintrittspreise für die AVN sinken könnten.

CES-Besucher freilich wird das nur wenig trösten. Sie müssen sich in diesem Jahr allein mit wohlproportionierten Tablets, Streichel-Smartphones und superdünnen Bildschirmen vergnügen – ein schlechter Ersatz.