Google missbraucht Start-up aus Kenia die Daten

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Der Internetkonzern Google ist in Kenia wegen fragwürdiger Geschäftsmethoden in die Kritik geraten. Die Betreiber des kenianischen Unternehmens Mocality werfen Google vor, missbräuchlich der Daten eines konkurrierenden Start-up genutzt zu haben, um Kunden abzuwerben. In einem Blog-Eintrag beschreibt der Chef von Mocality, wie das Start-up Google mit einem simplen Trick in die Falle gelockt hat.

Der Hintergrund: Mocality ermöglicht kenianischen Firmen, eine kleine Webpräsenz aufzubauen. Im Wesentlichen handelt es sich um ein lokales Register mit derzeit rund 100.000 Kunden, die den Onlinebesuchern auch Sonderangebote unterbreiten können. Ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgt Google in Kenia mit dem Angebot “Getting Kenyan Businesses Online” – dazu wurden offenbar die Kunden von Mocality auf der Grundlage von dessen Daten angerufen.

Der kenianischen Firma fielen zunächst nur die systematischen Abrufe seines Verzeichnisses von einer einzigen IP-Adresse aus auf. Dies untersagen die AGBs ausdrücklich. Mocality stellte dem Unbekannten dann eine Falle, indem es ihm die eigene Telefonnummer gab. Prompt meldete sich ein Anrufer aus Indien, der angeblich im Auftrag von Google Kenia eine Offerte unterbreitete.

Google hat den Vorfall bestätigt, eine Untersuchung angekündigt und sich bei Mocality entschuldigt. Das Start-up zweifelt allerdings noch daran, ob es sich wirklich nur um ein Fehlverhalten eines einzelnen kenianischen Managers gehandelt hat. Mocality-Chef Stefan Magdalinski hat Details zu dem Fall in einem Blogeintrag veröffentlicht.

Sprecher Klaas Flechsig von Google Deutschland betont gegenüber ZDNet.de, dass der Fall “schlimm genug” sei, aber es handle sich um “keinen Diebstahl und kein Eindringen”. Über die “deutliche Entschuldigung” hinaus habe man derzeit leider noch keine Informationen anzubieten.

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