Babette beantwortet FAQs

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Sternstunden des Parlamentarismus waren das mal wieder diese Woche und Lehrstunden für alle digital Immigrants, die schon immer mal ein bisschen was über das Internet wissen wollten, aber sich nicht zu fragen getrauten.

Die Bundesbürger verdanken diese informationellen Highlights dem Bundes- und bayerischen Fraktionsvorsitzenden der freien Wähler Hubert Aiwanger und Babette S., einer Assistentin der grünen Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl. @AiwangerHubert hat einen Blondinenwitz getwittert.

Und Babette S. hat eine Mail statt an eine, an alle 4000 Beschäftigten des Parlaments geschickt, um ein Exemplar des in Neuauflage erschienenen Adressverzeichnisses “Kürschners Volkshandbuch Deutscher Bundestag” zu bestellen. Daraufhin haben Etliche dieser 4000 geantwortet, auch wieder an alle. Der Mail-Verkehr beim deutschen Gesetzgeber kam daraufhin zum Erliegen.

Sehr anschaulich erklärt ist dadurch, was denn so eine dDoS-Attacke (distributed Denial-of-Service) ist, wovon man immer wieder liest. Genau das: Wenn Tausende User – darunter etliche Zombies – sich zusammentun, um ein Netz lahmzulegen.

Die mitteilungsbedürftigen Aktentaschenträger der Volksvertreter twitterten Auszüge aus den internen Mails des Bundestages. Damit ist dann auch die Frage beantwortet, worum es sich bei diesen omninösen Trojanern eigentlich handelt.

Sie stellten die Seite “Babette war’s” auf Facebook und erfanden für Twitter den Hashtag #kürschnergate. Hunderte Tweets gibt’s zum Thema.

Zwei davon sind intelligent: “Ich befürchte die ARD bringt zu #kürschnergate gleich einen Brennpunkt. Und bei Anne Will diskutieren dazu dann Dirk Niebel und Peter Maffay.” Und: “Wer noch nie eine Mail ’an alle’ geschickt hat, der werfe den ersten Stein”. Womit dann auch die Frage nach dem Cybermobbing beantwortet sein dürfte.

Die Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Bundestages verbreitete die Nachricht ebenfalls zusammen mit einem Link zur Enquete-Kommission Medienkompetenz, damit auch mal klar ist, worum es sich dabei handelt – bei den Enquete-Kommissionen und der Medienkompetenz.

Was ist das Web 2.0? – So nennt man es, wenn die User selbst Werbung machen. Darüber freut sich jetzt der Volkshandbuch-Verlag.

Der andere Fall: Der Aiwanger war’s nicht. Er hat nicht diesen Witz getwittert, der losgeht mit: “Fährt eine Blondine…” und entsprechend endet. Das war seine Assistentin. Die hatte nämlich ihren eigenen Account offen und zugleich #AiwangerHubert. Und dabei ist ihr dann einiges durcheinander geraten.

Dem Aiwanger hat das gehörig Ärger eingebracht und er hat über seine Facebook- und Twitter-Accounts gemeint: “Wenn das so weitergeht, schalte ich den Mist ab.” Bis dahin allerdings gibt seine Assistentin den Netz-affinen und doch bodenständigen Abgeordneten im Web. Wissbegierige Surfer können daraus lernen, was ein Avatar ist.

Dutzenden Land- und Bundestagsabgeordneten bot diese Woche so wieder Gelegenheit, gefällige, i.e. selbstgefällige, Statements im Netz abzugeben. Stellt sich die Frage, wie die Plattformen für diese Nasen eigentlich finanziert werden.

Antwort gibt die Online-Ausgabe des “Wochenblatt”. Zur Geschichte über Aiwangers Blondine ist dort eine Anzeige geschaltet: “Schauspielerin Nina Bott: Ich habe kein Problem mit Nacktheit!” Und das zeigt die schöne, blonde Frau auf dem eingeklinkten Foto denn auch. Der Banner verlinkt zum Playboy.

Die Werbung macht’s. Da kommt das Geld her.

Bleibt noch die Königsfrage. Die wird der Schreiber heute Abend stellen, gleich wenn er dem Franz seine Wirtschaft betritt und s’Annamirl, die hübsche, blonde Bedienung ihn anlächelt: “Bringst mir…?”

Und dann wird’s Annamirl sagen: “I hab’ dei Halbe doch schon dabei.” Und lächeln wird sie.

Damit ist dann auch geklärt, was ein predictive Service ist. Aber den gibt’s nicht im Web 2.0, sondern nur beim Annamirl.

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