Nomophobie, die Krankheit der mobilen Gesellschaft

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Phobien begleiten den Menschen auf Schritt und Tritt. Und im Falle der Nomophobie fürchten wir uns, dass uns etwas nicht begleitet.

Chromophobie, die Angst vor Farben, Genuphobie, die Angst vorm Knieen oder auch die Selenophobie, die Angst vor dem Mond, sind nur einige Beispiele von gesteigerten Ängsten vor Dingen. Jetzt haben wir im Zuge der technischen Revolution noch eine weitere Angst hinzubekommen: die Nomophobie.

Die Nomophobie ruft bei Betroffenen die Angst hervor, dass sie ohne telefonischen Kontakt zur Außenwelt sein müssen. Bislang ist die Krankheit noch relativ unbekannt, und doch scheint sie schon sehr weit verbreitet zu sein. Eine Studie aus Großbritannien zeigt jetzt, dass fast zwei Drittel aller Erwachsenen von dieser Angst betroffen sind.

In Auftrag gegeben hat diese Studie SecurEnvoy, einem Anbieter von mobilen Authentifizierungstechnologien. Dabei zeigte sich, dass von den 1000 befragten Personen 66 Prozent an dieser Angst leiden. Vor einem Jahr wurde das Phänomen zum ersten Mal in dieser Form beschrieben. Damals gaben jedoch nur 50 Prozent der Befragten an, unter diesen Angstsymptomen zu leiden.

Am stärksten verbreitet ist dieses Phänomen unter den 18- bis 24-Jährigen. Hier sind 77 Prozent betroffen. Die Gruppe zwischen 25 und 34 Jahren liegt mit 68 Prozent an zweiter Stelle, gefolgt von Menschen, die 55 Jahre und älter sind. Und es sind vor allem Frauen, die fürchten, von ihrem Telefon getrennt zu werden; 70 Prozent im vergleich zu 61 Prozent. Das mag aber auch damit zusammenhängen, dass 47 Prozent der Männer zwei Telefone haben, bei den Frauen sind es jedoch nur 36 Prozent.

Der Begriff Phobie ist hier vielleicht etwas weit gegriffen. Man hat die Menschen gefragt, ob sie fürchten, von ihrem Telefon getrennt zu sein. Wer hier mit Ja antwortet, hat noch lange keine Phobie. Dennoch zeigt der Anstieg dieses Wertes, dass die Abhängigkeit der Menschen von mobilen Geräten ständig zumimmt.

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