IT-Freiberufler: Stundensätze stagnieren

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Die Stundensätze der IT-Freiberufler stagnieren derzeit. Das geht aus der Stundensatz-Auswertung hervor, die die Projektbörse Gulp halbjährlich durchführt. Grundlage sind die Stundensatzforderungen aus den Profilen der Gulp-Mitglieder.

Grafik: Gulp
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Demnach fordern IT-Freiberufler derzeit ein durchschnittliches Stundenhonorar von 73 Euro. Das ist genauso viel wie bei der letzten Gulp-Stundensatz-Auswertung im August 2011 – aber ein Euro mehr als vor einem Jahr. Ein Blick über die Landesgrenzen hinweg: Während IT-Freelancer in Deutschland im Schnitt 73 Euro pro Stunde fordern, sind es in Österreich drei Euro mehr (76 Euro) und in der Schweiz 19 Euro mehr (92 Euro). Somit fordern österreichische Selbständige 1 Euro und schweizerische Freelancer 2 Euro mehr als noch im August 2011.

Grafik: Gulp
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Forderungen schön und gut – doch was landet im Geldbeutel der Freelancer? In die Liste Stundensätze in der Praxis auf gulp.de und gulp.ch tragen Freiberufler ihre tatsächlich erzielten Honorare pro Projekt ein – also den Betrag, zu dem der Vertrag geschlossen wurde. Hier wird ersichtlich, dass die Projektanbieter im Jahr 2011 durchaus bereit waren, gute Leistung entsprechend zu honorieren. Im Schnitt landeten 2011 72 Euro im Geldbeutel der Freelancer – und damit 2 Euro mehr als 2010. Das ist der größte Sprung seit Jahren.

Grafik: Gulp
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Die Projektleiter führen das Feld unangefochten an: Sie fordern im Schnitt 81 Euro pro Stunde – das sind 8 Euro mehr als der Durchschnitt und ganze 22 Euro mehr als die Schlusslichter verlangen, die Admins. Neben den Projektleitern haben sich auch die Berater (77 Euro), die Software-Entwickler (68 Euro) und die Qualitätssicherungsexperten (67 Euro) im letzten halben Jahr nicht bewegt. “Die Software-Entwickler sind die anteilsmäßig größte Gruppe in der Profiledatenbank. Ihre Stagnation bei 68 Euro hat demzufolge auch den größten Einfluss auf den unveränderten allgemeinen Durchschnitt”, sagt Stefan Symanek, Marketing-Leiter von Gulp.

Grafik:Gulp
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Die geforderten Honorare unterschieden sich auch je nach Lebensalter: Am Stundensatz-Maximum kommen Selbständige zwischen 45 und 49 Jahren an – sie fordern 76 Euro (2007: 71 Euro). Dicht gefolgt von den 40- bis 44-Jährigen und den 50- bis 55-Jährigen, die jeweils 75 Euro verlangen (2007: 71 bzw. 69 Euro). Das Schlusslicht bilden die Jüngeren: Selbständige unter 35 Jahren fordern aktuell im Schnitt nur 63 Euro – aber immerhin 4 Euro mehr als vor fünf Jahren.

Zu welchen Preisen kontaktieren die Projektanbieter? Während IT-Freelancer zwischen 40 und 50 Jahren im Schnitt 76 Euro pro Stunde fordern, werden sie durchschnittlich zu 74 Euro pro Stunde kontaktiert, also 2 Euro weniger. Bei den Freelancern zwischen 50 und 60 Jahren liegt zwischen Angebot (74 Euro) und Nachfrage (73 Euro) nur 1 Euro. Symanek: “Die Jüngeren dürfen sich allerdings über gute Nachrichten freuen: Selbständige unter 35 werden im Schnitt zu 65 Euro kontaktiert – der kontaktierte Stundensatz liegt 2 Euro über ihrem geforderten. Also: Nur Mut!”

Grafik: Gulp
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Seit Längerem nimmt der Anteil der jüngeren IT-Freiberufler ab. Im Fünf-Jahres-Vergleich sieht das so aus: Im Februar 2007 waren 65,0 Prozent der Selbständigen in der Gulp-Datenbank jünger als 45 Jahre – aktuell sind es nur noch 44,8 Prozent. Das sind ganze 20,2 Prozentpunkte weniger. Die mit 47,1 Prozent anteilsmäßig größte Altersgruppe sind im Februar 2012 die Freelancer zwischen 40 und 50 Jahren (2007: 43,3 Prozent).