Kunst trifft Open Source

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Unter dem Motto “art meets radical openness” finden an diesem Wochenende die Österreichischen Linuxwochen in Linz für dieses Jahr ihren Abschluss. Freie Software kann auch im künstlerischen Gestalten eine Alternative zu proprietären Programmen bieten, so ein Kernthema der dreitägigen Veranstaltung mit reger deutscher Beteiligung.

Insgesamt richtet sich das Angebot an ein breites Publikum. Die Palette reicht von Animationskunst für Kids über Hilfe beim Einstieg in und zu Linux bis hin zu Zertifikatsprüfungen für IT-Profis. Gastgeber der Linuxwochen ist die Kunstuniversität Linz in Zusammenarbeit mit dem Netzkultur-Verein servus.at.

Ein Programmschwerpunkt ist die Verbindung von Kunst und freier Software. “Heute Nachmittag wird Michael Mosmann, Gründer der Linux-User-Gruppe in Lübeck, die Vektorgrafikapplikation InkScape vorstellen”, nennt Christoph Nebel von der Abteilung für zeitbasierte Medien der Kunstuniversität Linz ein Beispiel. Der deutsche Videokünstler Christoph Rudorff wiederum stellt ebenfalls heute in einem Workshop die Echtzeit-Videomischsoftware ‘FreeJ‘ vor. Eine Brücke zwischen Kunst für Kids und Bildung schlägt das Projekt ‘Machinimint’, das von einer Zweigstelle des österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend gefördert wird. Die Anwendung dient dem Erstellen von ‘Machinimas’, das sind Filme, die mithilfe von Computerspielen erstellt werden. Das Angebot richte sich insbesondere an Pädagogen, die mithilfe der Software mit ihren Schülern Machinimas kreieren können, so Nebel.

Das Install-Labor wiederum hat zum Ziel, Anwender zum Ausprobieren von Linux und zur Installation des freien Betriebssystems am eigenen Rechner zu motivieren. “Es ist möglich, sich vor Ort eine Live-CD brennen zu lassen. Dabei steht eine Reihe wichtiger Distributionen zur Auswahl, darunter Ubuntu und Fedora“, erklärt Nebel. Für Anwender, die mit ihrem eigenen Computer zur Veranstaltung kommen, könnten Mitarbeiter noch umfangreichere Hilfestellungen bieten. Dazu zählt beispielsweise das Erstellen einer Multi-Boot-Konfiguration für Anwender, die mehrere Betriebssysteme auf ihrem Computer nutzen wollen.

An fortgeschritte Nutzer richtete sich das Angebot von Linux-Zertifizierungsprüfungen, die am Freitag vom Linux Professional Institute Germany (LPI) durchgeführt wurden. In derzeit drei Stufen dienen die distributionsunabhängigen LPI-Zertifikate dem Nachweis tiefer gehender Kenntnisse. Schon die Grundstufe ‘Junior Level Administration’ erfordert gute Kenntnisse zu Hard- und Software. Das höchste Zertifizierungslevel ist für absolute IT-Profis gedacht, die große, komplexe Infrastrukturen administrieren. “Der Teilnehmerzahl nach besteht durchaus Interesse an den LPI-Zertifikaten”, meint Nebel. In Fachkreisen ist LPI wohl bekannt, in Deutschland bietet unter anderem IBM Vorbereitungskurse zu den Prüfungen an. Der Konzern steht auch als Sponsor hinter dem kanadischen Mutterinstitut, ebenso wie Novell und HP.

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