Studie: CEOs investieren trotz Krise

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Der überwiegende Teil der CEOs geht davon aus, noch in diesem Jahr die Folgen der Wirtschaftskrise zu spüren zu bekommen. Und diese Bedenken haben auch Auswirkungen auf die IT-Strategie.

CEOs von großen Unternehmen gehen in der Mehrzahl davon aus, dass ihre Unternehmen in den nächsten Monaten von einem wirtschaftlichen Abschwung in irgendeiner Form betroffen sein werden.

Vor allem im Europa und Afrika geht man allgemein von einer Eintrübung aus. Die Bedenken der CEOs sind Nordamerika und Asien zwar ebenfalls vorhanden, jedoch weniger stark. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des IT Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gartner unter mehr als 220 CEO. Demnach gehen 85 Prozent der Unternehmenschefs davon aus, dass ihr Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von mindestens 500 Millionen Dollar von der Wirtschaftskrise in diesem Jahr betroffen sein wird.

Und das hat natürlich auch Auswirkung auf die Prioritäten in der IT der Unternehmen und auf die Budgets. “Kostenerwägungen haben heute die zweitgrößte Priorität. Dies ist der höchste Wert in unseren Umfragen seit 2009”, so Mark Raskino, Vice President und Gartner Fellow. “CEOs scheinen jedoch am Wachstum als oberste Priorität weiterhin festzuhalten und verfolgen hierbei geographisches Wachstum als vorrangiges Ziel.”

Allerdings bedeutet das nicht unbedingt Kürzungen bei den IT-Ausgaben. Vielmehr scheinen CEOs mehr in die IT investieren zu wollen, wie die zwischen November und Dezember 2011 durchgeführte Befragung zeigt. Zwei Drittel der Befragten CEO gaben an, die Ausgaben in die IT 2012 steigern zu wollen.

“Die Bereitschaft in Technologie zu investieren, ist vergleichsweise gesund”, so Jorge Lopez, Analyst bei Gartner. Die Trends Cloud und Mobile scheinen sich bei den CEOs durchzusetzen. “Aber dennoch bleibt CRM dem CEO die liebste IT-Investition, denn Marketing ist ein nimmer endender Wettlauf darum, Kunden zu halten.”

Hier sei nun das richtige Change Management zu betreiben, denn es reiche nicht aus, schlicht eine Technologie zu erwerben und zu installieren. Wenn solche Veränderungen in der Technik nicht mit Veränderungen bei den Policies, den Prozessen, der Organisation, den Rollen und der Kultur einhergehen, laufen diese Gefahr, wirkungslos zu verpuffen.

“Ein zielgerichtetes, strukturiertes Innovations-Management könnte ein Weg sein, damit Investitionen in Technologie auch ihre Wirkung entfalten”, betont Raskino. “Wir sehen in den meisten Sektoren große Bereitschaft für Investitionen, jedoch nicht bei Financial Services.” Die Gartner-Analysten vermuten, dass hier die überbordenden regulatorischen Anforderungen jegliches strategisches Denken überschattet.

Die meisten CEOs scheinen insgesamt sehr genau zu wissen, was sie von der IT wollen. So wurden die CEO in dieser Umfrage zum ersten Mal mit der Frage konfrontiert, welche zusätzlichen Informationen sie noch gerne hätten, hatte nahezu alle CEOs sofort eine Antwort parat. Welche Informationen für ihre jeweilige Industrie in den kommenden fünf Jahren eine entscheidende Rolle spielen könnten, konnten noch rund 50 Prozent der CEOs beantworten. Um diese künftigen Informationen erschließen zu können, rät Gartner den CEOs eng mit ihren CIOs zusammenzuarbeiten. Auf diese Weise könnte ein Unternehmen möglicherweise im eigenen Bereich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erringen.

Und Gartner hat guten Grund, zu solchen Ratschlägen, denn die meisten CEOs geben an, dass der CFO ihr wichtigster strategischer Ratgeber ist. Der CIO wird nach wie vor als Spezialist für bestimmte Probleme angesehen und wird daher auch kaum als stretischer Ratgeber wahrgenommen. Damit gehe aber das Risiko einher, dass die Geschäftsführung bestimmte digitale Entwicklungen übersieht. Und der Wettbewerb über Technologie innerhalb der Unternehmen werde zunehmend wichtig.

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