Mobility-Boom in den Unternehmen – Safety first!

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Das Thema Mobilität ist momentan überall präsent. Neue leistungsstarke Endgeräte scheinen erstmals auch die echte Mobilisierung der Mitarbeiter im Kontext von Unternehmenssoftware zu ermöglichen. So einfach sich aber die Nutzung verschiedenster Apps und Technologien im Privatleben gestaltet, für Unternehmen gelten andere Paradigmen.

Mit dem Siegeszug der smarten Endgeräte in Privathaushalten stellt sich auch für Unternehmen die Frage, wie neue Technologien sinnvoll in die Unternehmensprozesse eingebunden werden können. Ob über den Einsatz von Laptops hinaus eine neue Mobilitätswelle in die Unternehmen getragen wird, ist eine der Fragen, die die Studie “On Air or on Duty – Mobile Strategien 2012” untersuchen sollte.

“Als erstes Ergebnis kann man fraglos festhalten, dass das Thema Mobility die Unternehmen momentan stärker umtreibt, als viele andere Inhalte. Das gilt nicht nur in den Fachbereichen, sondern auch in der IT!” erläutert Dr. Cristian Wieland, Managing Director und Senior Analyst bei RAAD Research, die Ergebnisse der Studie, die von RAAD Research in Zusammenarbeit mit den Unternehmen Accenture, HP und SAP durchgeführt wurde. Von den mehr als 200 befragten IT-Verantwortlichen großer deutscher Unternehmen messen schließlich über die Hälfte (53 Prozent) der Nutzung mobiler Technologien wie Smartphones und Tablet-PCs eine hohe oder sogar sehr hohe Bedeutung zu. Als weniger bedeutend oder unbedeutend schätzen nur 15 Prozent der Verantwortlichen das Thema Mobility ein. Dies ist ein beachtliches Ergebnis für eine Technologie, die ihren echten Impact auf Unternehmensprozesse bisher noch kaum zeigen konnte.

Dabei ist es wenig verwunderlich, dass der Wunsch, relevante Geschäftsprozesse auch unterwegs ohne großen Aufwand zu unterstützen, größer wird, je größer auch der mobile Anteil in der privaten Erfahrungswelt von Managern und Mitarbeitern ist. Erstaunlich ist aber, wie schnell dieser Bedarf auch von den Unternehmen angenommen wird. Immerhin liegt die Quote der hohen bis sehr hohen Relevanz mit 53 Prozent bereits heute bei über der Hälfte der Unternehmen. Somit liegt Mobility im Vergleich bereits nah an dem schon seit Jahren bedeutenden und sehr komplexen Thema Business Intelligence, dessen Relevanz von 61 Prozent als besonders hoch eingeschätzt wird.

“Doch leider ist bei allem Licht auch Schatten”, führt Emanuel Koch, Mobile Analyst bei RAAD Research, aus. “Bei aller Euphorie darf nicht vergessen werden, dass Unternehmen in Bezug auf Haftung und Schutz anderen Bedingungen und Gefahren unterliegen als Privatanwender. Während die Fachbereiche auf die Tube drücken, muss die IT zu Recht auf mögliche Risiken hinweisen.” Genau das Thema Sicherheit könnte denn auch den weiteren mobilen Ausbau gefährden, denn die IT-Verantwortlichen sehen noch deutliche Risiken und Herausforderungen bei der Sicherheit der mobilen Endgeräte.

Dabei geht es zum einen ganz klar um die Sicherheit auf dem Device – sie wird als größte Herausforderung gesehen: 88 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen sehen in Sicherheitsfragen eine große oder sehr große Herausforderung mit Blick auf die Umsetzung mobiler Geschäftsprozesse. Das Risiko des physischen Verlustes eines Gerätes und die damit verbundene Gefahr eines unbefugten Zugriffs sind nicht wegzudiskutieren, auch die potenziellen Gefahren durch Malware und die Frage der Verschlüsselung in der Datenübertragung sind Aufgaben, denen sich auch die Anbieter von mobilen Lösungen stellen müssen.

“Das Absichern sensibler Unternehmensinformationen auf mobilen Endgeräten stellt eine der Schlüsselaufgaben der Unternehmens-IT dar”, so Dr. Alexander Arnold, SAP Mobile Business Solutions, Region DACH. “SAP bietet mit Afaria eine leistungsfähige, sehr skalierbare und flexible Lösung mit benutzerfreundlicher Administrationskonsole und Endnutzer-Portal, um verschiedenste Endgerätetypen zu verwalten.

Anwendungsverteilung, -konfiguration sowie Gerätekonfiguration zur Einhaltung von Policies gehören zu den Hauptaufgaben. Bei Verlust des Gerätes sind die Unternehmensdaten mittels Afaria bestens geschützt. Die Geräte lassen sich unmittelbar durch die gezielte De-Installation von Anwendungen zurücksetzen und unterstützen damit auch den Bedarf der Kunden hinsichtlich BYOD (Bring Your Own Device).” Mit Herausforderungen wie diesen umzugehen, ist eine der wichtigsten Aufgaben von IT-Abteilungen. Denn so wie das Risiko weiterbesteht, wird auch der Bedarf auf Fachbereichsseite weiterbestehen. Relevant wird daher das Abwägen und Managen von Bedarf und Risiken.

“Wer schon früh seine bestehende IT-Governance für die Nutzung von Smartphones und Tablet-PCs erweitert, kann Sicherheitsrisiken minimieren, die ansonsten durch unkontrollierte Nutzung privater Arbeitsgeräte im Unternehmen entstehen und gleichzeitig das Effizienzpotenzial mobiler Geschäftsprozesse wesentlich schneller heben”, erklärt Johannes Michel, Geschäftsführer im Bereich Technology Consulting bei Accenture. “Vielen Unternehmen fehlt noch eine klare Strategie für den Einsatz mobiler Endgeräte, so dass die Gefahr des Geräte-Wildwuchses steigt und der Geschäftsnutzen leider gering bleibt.” Damit ist eine der wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahre angesprochen: Unternehmen müssen mobile Anwendungen noch wesentlich systematischer auf ihr Geschäftsmodell ausrichten und eine professionelle Infrastruktur aufbauen, damit sie die vollen Potenziale von Smartphones und Tablet-PCs auch nutzen können.

“Mobile Lösungen im Unternehmensumfeld werden die Geschäftsprozesse verändern, zum Teil gar revolutionieren. Für die erfolgreiche und nachhaltige Einführung von Mobility ist es noch lange nicht damit getan, sich nur mit dem Mobile Device Management zu beschäftigen”, sagt Jürgen Dettling, Chief Technologist bei HP Enterprise Services. “Vielmehr ist es erforderlich, die IT-Strategie und die entsprechenden Securitykonzepte an die neuen Gegebenheiten anzupassen.” Laut Dettling wird sich das Augenmerk darüber hinaus auf den gesamten Applikationslebenszyklus richten müssen, vom Design über die Entwicklung bis zum Betrieb. Wichtig ist hierbei das gesonderte Testen der mobilen Applikationen im Hinblick auf Funktionalität, Lastprofil und Security. “Und am Ende wird der Benutzer über den Erfolg mobiler Lösungen entscheiden – dies wird gelingen, wenn eine innovative End-user Experience erzeugt wird, ohne die Security und Governance-Anforderungen zu vernachlässigen”, so Dettling.

Die Mobility-Welle rollt – und sie rollt mit großer Wucht. IT-Verantwortliche sehen sich immer schneller mit immer mehr Anforderungen konfrontiert, für die sie Antworten finden müssen. Antworten, die auch in einen strategischen Gesamtrahmen eingebettet sind und für die es auch eine flexible und skalierbare Infrastruktur gibt.

Auf den ersten Blick sieht das einfach aus, jedoch ist es nicht leicht umzusetzen, unabhängig davon, ob es die Usability bei den Apps, die Connectivity bei der Verbindung, das Gerätemanagement, die Security oder der Betrieb der Anwendung auf einer Middleware ist. Viele Themen sind für zahlreiche IT-Entscheider auch neu und lassen sich eben nicht als “Evolution” von Bestehendem betrachten.

Und für neue Dinge braucht man Zeit. Zeit, um das Know-How aufzubauen und die Grundstruktur zu legen. Zeit, die die Fachabteilungen der IT oft nicht geben und Zeit, die die IT ohnehin nicht hat. Ganz zu schweigen von ROI-Berechnungen und Best Practice Anwendungen, die noch gar nicht verfügbar sind. Immerhin beklagen sich die wenigsten CIO’s über Langeweile. All dieses zeigt das große Potential, welches sich für IT-Dienstleister auftut. Die Unternehmen benötigen Unterstützung und das schnell! Wohl dem, der diese Mobile-Expertise hat oder nun schnell aufbauen kann.

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