Fujitsu gründet mit NTT und NEC neuen Chiphersteller

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Unter der Federführung von Fujitsu wollen sich die drei japanischen Unternehmen aus der Abhängigkeit ausländischer Chip-Lieferanten befreien.

Daher haben die Unternehmen Fujitsu, NTT Docomo und NEC jetzt den Hersteller Access Network Technology aus der Taufe gehoben. Allerdings soll Access Network Technology die Chips lediglich entwickeln. Die kostspielige Produktion soll an Auftragsfertiger gegeben werden, wie es in einer Mitteilung von NTT Docomo heißt.

In dem neuen Unternehmen sollen vor allem Halbleiter für mobile Geräte und kabellose Übertragung entwickelt werden. Aber auch Produkte für LTE und andere kabellose Protokolle will das neue Unternehmen entwickeln. Bislang ist in diesem Bereich der US-Hersteller Qualcomm tonangebend. Und mit dem neuen Joint Venture wollen die japanischen Unternehmen ein Stück des Marktes zurückerobern.

Ziel ist, dass das Unternehmen bis 2014 etwa 7 Prozent der weltweiten Smartphone-Chip-Produktion beisteuert.
Nachdem eine geplante Kooperation der drei Hersteller zusammen mit Panasonic und Samsung im April gescheitert war, wollte Fujitsu das neue Chip-Unternehmen zunächst im Alleingang gründen. Jetzt hält Fujitsu mit 52,8 Prozent die absolute Mehrheit an dem Unternehmen. NTT Docomo hält 19,9, NEC 17,8 Prozent. Die Verbleibenden 9,5 Prozent entfallen auf Fujitsu Semiconductor. Das Unternehmen werde rund 85 Mitarbeiter haben und von Minoru Sakata vertreten werden.

Für Fujitsu hat die Kooperation bei der Herstellung von Chips Tradition. Zusammen mit dem inzwischen von Oracle übernommenen Sun Microsystems entwickelt Fujitsu an der offenen SPARC-Prozessor-Architektur, die hauptsächlich für Unix- und Solaris-Server eingesetzt werden.

 

 

Erst im Februar vergangenen Jahres hatten die beiden Unternehmen angekündigt, auch unter Oracle weiterhin gemeinsam die Prozessoren entwickeln und vermarkten zu wollen.

In einer neuen SPARC-Roadmap wollen die beiden Hersteller die Leistung der M-Series Server um das 15-fache steigern. Die Zusammenarbeit bei der Entwicklung beinhaltet auch die gemeinsame Optimierung sowie Tests von Oracle- und Fujitsu-Produkten. Dadurch soll sichergestellt werden, dass auf der Hardware Oracle Software in geschäftskritischen Umgebungen reibungslos läuft.

Ein mit dem Oracle PartnerNetwork geschlossener Distributionsvertrag ermöglicht es Fujitsu, Oracle Produkte aus dem gesamten Oracle Produktportfolio weiterzuverkaufen und zu vertreiben. Fujitsu avanciert dadurch zu einem Systemintegrator und Lösungsanbieter für die gesamte Oracle Angebotspalette.

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