Windows 8 für 30.000 Nutzer – so hat es Microsoft gemacht

BetriebssystemManagementWorkspace

Kurz vor dem Marktstart von Windows 8 bereitet die Migration auf das neue Betriebssystem vielen CIOs Kopfzerbrechen. Sie befürchten Stolperfallen auf dem Weg zum ersten “Touch-First-Betriebssystem”. Im ‘Blog of the CIO’ berichtet nun IT-Manager von Microsoft, wie sie intern die Migration gestemmt haben.

Patrick O’Rourke, Director im Strategie-Team der Microsoft IT beschreibt in dem Blog-Beitrag den internen Roll-out von Windows 8. Seit Mitte Juli arbeiten demnach über 30.000 Mitarbeiter des Sofwarekonzerns mit Windows 8 und dem Internet Explorer 10. Das neue Betriebssystem ist auf knapp 30.000 Systemen installiert.

An diesen Zahlen lässt sich möglicherweise ablesen, dass auch die IT-Manager von Microsoft den Umstieg auf Windows 8 vergleichsweise langsam angehen lassen. Schließlich beschäftigt der Konzern weltweit mehr als 90.000 Mitarbeiter.

Eine besondere Herausforderung für IT-Abteilungen ist das neue Betriebssystem aus verschiedenen Gründen: ‘Look and Feel’, Navigation und die Ausführung bestehender und neuer Applikationen unterscheidet sich deutlich von früheren Windows-Versionen. Dementsprechend befürchten CIOs unter anderem hohe Trainingskosten, um alle Mitarbeiter eines Unternehmens fit für die neue Software zu machen.

Fotogalerie: Windows 8 - Startbildschirm aufgeräumt

Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

Eine Problematik, der man sich auch in der IT-Abteilung von Microsoft bewusst war. Zwar haben Entwickler des Konzerns die Software gebaut, doch natürlich sind auch bei Microsoft genügend Mitarbeiter beschäftigt, die keine “Techies ” sind. Um allen Angestellten, unabhängig von der IT-Affinität, den Umstieg so leicht wie möglich zu machen, hat Microsoft eine interne Community-Plattform ins Leben gerufen. Fragen und Feedback sollten so schneller als bisher adressiert werden.

Die Plattform ist laut O’Rourke ein Erfolg. Besucherzahlen und vor allem auch der Traffic auf der Seite seien hoch, ein Zeichen dafür, dass die Mitarbeiter immer wieder zurückkehren und sich schnell eine Bindung zu der Plattform entwickelt habe. “Die Zahl der Bewertungen zeigt außerdem, dass die Mitarbeiter, einander gegenseitig helfen, wenn sich einmal der Community angeschlossen haben.”

Im internen TechnNet beschreibt Microsoft die Funktionsweise von //pointers im Detail:

“Die IT-Abteilung von Microsoft hat hier die Möglichkeit gesehen, die Lücken herkömmlicher Support-Plattformen zu schließen, indem eine Art Selbsthilfe-Kanal aufgebaut wurde. Das Ziel von Microsoft IT war ein Social-Networking-Forum, das die Möglichkeiten von Windows 8 nutzt und beschreibt, ohne die Einschränkungen bestehender Support-Kanäle, und dabei den Gemeinschaftsgeist innerhalb von Microsoft fördert.” Man habe sich “ein freundliches, moderiertes Forum” erhofft, das die Zahl der Help-Desk-Anrufe reduziere und gleichzeitig das “unkonventionelle Feedback” fördert, das nötig sei, um Innovationen voranzutreiben.

Außerdem haben die IT-Profis bei Microsoft mit folgenden Tools gearbeitet, um den Umstieg auf Windows 8 so sanft wie möglich zu gestalten:

Der IT Easy Installer kam zum Einsatz, um so viel wie möglich für den Nutzer zu automatisieren und so die Installation reibungslos zu gestalten.

Für eine limitierte Anzahl von Geräten Geräte wurde Windows to Go genutzt. Hiermit können Firmen eine vollständige Kopie der Unternehmensversion von Windows 8 (mit den Branchen-Apps, Daten und Einstellungen des Benutzers) auf einem USB-Speichergerät zur Verfügung stellen. Bei Microsoft waren dies ausgewählte Manager, Ingenieure und IT-Architekten.

Das in Windows 8 integrierte File History Feature wurde genutzt, um das Dateisystem der Windows-8-Nutzer in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Änderungen wurden automatisch in ein Backup-System kopiert. “Unternehmenskunden könne diese Lösung an ihre eigene IT-Umgebung anpassen”, so O’Rourke.

[Mit Material von Mary Jo Foley, ZDNet.com]

Tipp: Wie gut kennen Sie Windows? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Hinweis: Lesen Sie Artikel von silicon.de ab sofort auch in Google Currents. Jetzt abonnieren.