Cloud-Nutzenbewertung treibt Einsatzgrad nach oben

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Zusammen mit Techconsult betreibt HP vermutlich eine der am größten angelegten Langzeistudien zur Cloud-Nutzung im deutschen Mittelstand. In der Ausgabe für das zweite Quartal 2012 belegt der Cloud-Mittelstandsindex wachsendes Vertrauen. Immer mehr Anwender nutzen die Cloud aktiv und auch das Know-How rund um die Cloud entwickelt sich im deutschen Mittelstand positiv.

Einhergehend mit der deutlichen Steigerung des Auseinandersetzungsgrades mit Cloud Computing wurde im ersten Quartal 2012 der Cloud-Einsatz von den befragten Mittelständlern deutlich positiver bewertet als Ende 2011: Über 70% der Mittelständler, die sich bereits intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben, sehen große Vorteile im Cloud-Einsatz. Noch ein Jahr zuvor, im ersten Quartal 2011 waren dies nur 50 % der Teilnehmer. Insgesamt bewerteten nahezu 40 % der Befragten einen Cloud-Einsatz als vorteilhaft für Ihr Unternehmen. Unter dieser Gruppe befinden sich insbesondere Unternehmen, die den bereits andauernden Cloud-Einsatz erweitern und in der IT-Strategie verankern, aber auch eine erhebliche Zahl an potentiellen Neueinsteigern. Insgesamt planen nahezu 75 % der Teilnehmer mit einer positiven Cloud-Nutzenbewertung den Cloud-Einsatz oder werden diesen fortführen.

Sowohl für Cloud-Neulinge als auch für Cloud-Nutzer bietet das Benchmark-Werkzeug www.it-cloud-index.de die Möglichkeit, die eigene Position im direkten Branchenvergleich zu überprüfen und Erkenntnisse und Informationen über Cloud Computing zu gewinnen.

Mit dem IT Cloud Index Mittelstand untersuchen techconsult und HP Deutschland in einer langfristigen Studienanlage die Rolle von Cloud Computing im deutschen Mittelstand. Quartalsweise werden 200 Unternehmen in einer Größenklasse 20 bis 2.000 Mitarbeiter zur Rolle von Cloud in ihrem Unternehmen befragt. Neben den Cloud-Einsatzgraden werden durch die Studienteilnehmer die Vorteile von Cloud-Lösungen sowie die individuelle Cloud-Fitness bewertet. Auf Basis dieser Daten ermöglicht ein Self-Check-System (www.it-cloud-index.de) interessierten Anwenderunternehmen ein webbasiertes Benchmarksystem zum Thema Cloud Computing – den direkten Vergleich mit Unternehmen derselben Branche und Größenklasse.

Mittelstand mit deutlich steigender Nutzenbewertung des Cloud-Modells

Die Bewertung des Cloud-Nutzens bzw. des Vorteils des Einsatzes für Cloud Computing ist im 1. Quartal 2012 im Vergleich zum Vorquartal erneut deutlich gestiegen.
Annähernd 40 % der 200 befragten Unternehmen gaben in der Befragung dem Cloud-Modell eine positive Bewertung. Die Nutzenbewertung steht dabei in direktem Zusammenhang mit dem Grad der Auseinandersetzung. Unter den Unternehmen mit einer intensiven oder sehr intensiven Auseinandersetzung wird die Cloud mit 70 % positiv bewertet. Dennoch ist die knappe Mehrheit des Mittelstandes aber nach wie vor nicht von den Vorteilen des Cloud-Modells überzeugt.

Ein Großteil dieser Unternehmen hat sich aber bislang nur oberflächlich oder gar nicht mit Cloud Computing auseinandergesetzt. Unter diesen 58 % der Befragten befinden sich insbesondere Unternehmen, die nur in geringem Umfang oder gar nicht auf effizienzsteigernde Maßnahmen in der IT setzen und die vorhandenen Systeme einfach „Am Laufen halten“ möchten. IT wird häufig nicht als geschäftskritische Variable wahrgenommen. Der Trend zeigt jedoch deutlich, dass sich die Wahrnehmung von Cloud Computing und auch die Auseinandersetzung wandeln. Vergleicht man den Grad der Auseinandersetzung im ersten Quartal 2011 mit dem ersten Quartal 2012, so hat sich der Anteil der Unternehmen mit einer intensiven Auseinandersetzung um 15 Prozentpunkte erhöht.

Cloud-Nutzung treibt Cloud-Nutzen

Der zunehmend strategische Einsatz von Cloud Computing erschließt sich deutlich in einer gemeinsamen Betrachtung des Cloud-Einsatzes in den vergangenen 3 Monaten und der Bewertung des Cloud-Nutzens. Die überragende Mehrzahl der positiven Bewertungen ergibt sich aus Unternehmen, die bereits auf die Cloud setzen und überwiegend positive Erfahrungen gemacht haben. Dagegen halten immerhin rund 11 % der cloud-einsetzenden Unternehmen den Einsatz für weniger nützlich. Hier sind in der Mehrheit vereinzelte Cloud-Lösungen im Einsatz, die insbesondere die Erwartungen an Kosteneinsparungen nicht erfüllen konnten und zu Problemen in der Integration in die vorhandene Infrastruktur geführt haben.

Erwartungen an Kosteneinsparungen können zu hoch sein . Wenn auch nicht die Regel, kann die Cloud in speziellen Fällen erst in einer TCO-Betrachtung und einer langfristigen Perspektive tatsächlich kostengünstiger sein – garantiert ist aber auch dies nicht. Teilweise seien die Vergleichsrechnungen ausschließlich auf ein Abwägen von bisherigen Lizenzkosten und Cloud-Gebühren konzentriert. Tatsächlich müsse aber eine Vielzahl an Faktoren in die Rechnung integriert werden – angefangen bei den SW-Lizenzkosten, über HW und Infrastrukturkomponenten bis hin zu Energie- und Personalkosten. „Das Ergebnis der Rechnung kann durchaus zu vergleichbaren oder auch einer höheren Kostenstruktur der Cloud-Lösung führen – sowohl kurz-, mittel- als auch langfristig“, so Neitzel. „In der Evaluation eines Cloud-Einsatzes darf dies aber keinesfalls das Ende der Auseinandersetzung sein. Natürlich dürfen die Kosten nicht das Budget sprengen, aber ohne eine Betrachtung der weiteren Vorteile eines Cloud-Einsatzes, etwa hinsichtlich der gestiegenen Flexibilität, des geringeren Administrationsaufwandes der eigenen IT oder der nativen mobilen Verfügbarkeit ist eine Prüfung des Cloud-Einsatzes nicht sinnvoll“, erklärt Stefan Neitzel.

SaaS-Modell mit höchster Nutzenbewertung

In der differenzierten Bewertung der Cloud Disziplinen Software as a Service (SaaS), Infrastructure as a Service (IaaS) und Platform as a Service (PaaS) ist für das erste Quartal 2012 ein deutlicher Anstieg der Nutzenbewertung im Bereich SaaS zu verzeichnen. So musste IaaS den erst kürzlich erreichten Spitzenplatz wieder abtreten, konnte aber auch leicht zulegen. Entscheidender Einflussfaktor für die positive Nutzenbewertung von SaaS ist insbesondere das breitere Lösungsangebot – speziell an Commodity-Lösungen. Weiterhin spielen auch private Erfahrungen mit Lösungen wie Google Apps oder Dropbox eine Rolle, aber speziell auch mobile Devices – allen voran Smartphones, perspektivisch aber auch Tablets.

Gründe für eine positive Cloud-Nutzenbewertung

Ruft man sich den hohen Anteil der Unternehmen mit tatsächlicher Cloud-Erfahrung in Erinnerung, ergibt die Verteilung der Gründe für eine positive Nutzenbewertung ein sehr vorteilhaftes Bild für die Cloud. Ulrich Seibold Leiter Channelorganisation und verantwortlicher Bereichsleiter für das Mittelstandsgeschäft bei HP Deutschland sieht darin die Bestätigung des Cloud-Versprechens: „Die Erfüllung der Versprechen und Erwartungen an den Cloud-Einsatz – z.B. Flexibilitätssteigerung, Ressourcenentlastung und ortsunabhängige Verfügbarkeit – spiegeln sich in den Ergebnissen eindrucksvoll wieder.

Die Cloud ist nicht nur im Mittelstand angekommen sondern trägt bereits in vielen Unternehmen zu einer neuen Qualität der Geschäftsunterstützung durch IT bei – auch wenn dies teilweise noch punktuell geschieht.“ Die deutlich positive Entwicklung des Cloud Computings in den letzten Monaten basiere weitestgehend auch auf mittelstandsgerechten Angeboten: „IT-Systeme sind für viele Mittelständler geschäftskritische Assets und werden als wichtiger Faktor im Wettbewerb mit Konkurrenten wahrgenommen.“ Oftmals wird kolportiert, der Mittelstand sei in Fragen der IT konservativ und beharre auf althergebrachten Weisen und Abläufen. „Das ist selbstverständlich überspitzt und nicht zutreffend. Vielmehr prüfen mittelständische Anwenderunternehmen sehr genau und gründlich die Vorteile und Risiken des Einsatzes neuer Technologien und Abläufe“, so Seibold. Hier biete die Cloud einfache und schlagkräftige Argumente.

Die Teilnehmer der Erhebung gaben als maßgeblichen Grund für eine positive Cloud-Nutzenbewertung die erhöhte Flexibilität durch die bedarfsgerechte Bereitstellung von IT-Leistungen an. Hiermit verbunden sind nach wie vor die Ansprüche, die unternehmenseigenen IT-Ressourcen – speziell das Personal – stärker von wiederkehrenden Routine-Aufgaben zu entlasten und den Weg für qualitative hochwertige Aufgaben freizumachen.

“Die Cloud-Projekte, die wir bei unseren mittelständischen Kunden durchführen, bestätigen haargenau diese Entwicklung”, kommentiert Joachim Opper, Leiter Cloud-Services bei der Concat AG. “Unsere Kunden fordern, dass IT wie Strom aus der Steckdose kommen muss – automatisiert, kostengünstig, mit wenig Personaleinsatz. Das lässt sich nur mit Virtualisierungs- und Cloud-Ansätzen realisieren.“

Gründe für eine negative Cloud-Nutzenbewertung

Unter den Unternehmen mit einer niedrigen Cloud-Nutzenbewertung wird nach wie vor das fehlende Einsatzszenario bzw. der fehlende Druck, eine Cloud-Lösung einzuführen als Grund angebracht. Speziell Unternehmen, die sich noch nicht mit Cloud beschäftigt haben, führen meist als einzigen Grund an, dass die unternehmenseigene IT alle Bedürfnisse erfülle. Nach wie vor ist die verringerte bzw. gefährdete IT-Sicherheit ein wichtiges Thema, die sich mannigfaltigen Formen annehmen kann. Berichte über Stromausfälle und Datenverlust bei Public-Cloud-Diensten bestätigen und bestärken die Befürchtungen der Befragten hinsichtlich der Auslagerung von IT-Leistungen und Daten aus dem Unternehmen heraus. Auch hinsichtlich der Datenintegrität und der Sicherheit gegenüber Dritten haben viele Unternehmen Vorbehalte gegenüber IT-Dienstleistern. Unkenntnis über den tatsächlichen Ort der Datenhaltung ist für die meisten Mittelständler dieser Gruppe unvorstellbar – zumal Compliance-Richtlinien dies ohnehin oft ausschließen.

Cloud-Fitness folgt der Nutzenbewertung

Während sich die Bewertung des Cloud-Nutzens im Vergleich zum vorherigen Quartal wieder deutlich gesteigert hat, ist auch in der Bewertung der Cloud-Fitness eine deutliche Veränderung zu konstatieren. Die intensivere Auseinandersetzung mit Cloud Computing und erste Erfahrungen mit Cloud-Projekten zeigen sich insbesondere in einer deutlichen Zunahme des Anteils der sehr gut auf die Nutzung von Cloud vorbereiteten Unternehmen. Mit einem tieferen Wissen über das komplexe Thema Cloud Computing steigt sowohl das Wissen um die Risiken von Cloud-Services als auch das Wissen um die Probleme der Einbindung und Orchestrierung.

Insgesamt betrachtet sich mittlerweile nahezu ein Drittel der Unternehmen gut auf die Cloud Thematik vorbereitet. Den größten Anteil haben weiterhin die Unternehmen, die nach eigener Auskunft nur schlecht auf Cloud Computing vorbereitet sind. Der Anteil sinkt aber kontinuierlich ab und folgt der positiven Nutzenbewertung sowie dem tatsächlichen Cloud-Einsatz. Neben der Unterstützung durch Systemhäuser und IT-Dienstleister wächst insbesondere das Cloud Computing Know How in den Fachabteilungen.

Cloud-Self-Check-System

Auf Basis der aktuellen Ergebnisse stellen techconsult und HP ein Self-Check-System (www.it-cloud-index.de) zur Verfügung. Sowohl für erfahrene Cloud-Nutzer als auch Neulinge bietet das Online Tool eine attraktive Möglichkeit, die eigene Cloud-Position mit der vergleichbarer Unternehmen ihrer Branche und Größenklasse zu benchmarken. Neben dem Cloud-Einsatzgrad gibt das webbasierte Tool Antworten auf Fragen nach der Cloud-Fitness und der Nutzenbewertung von Cloud Computing. Die Teilnahme ist kostenlos und steht jedem mittelständischen Anwenderunternehmen zur Verfügung.

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