Bericht: Ericsson umwirbt Tochter von Nokia Siemens Networks

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Der schwedische Netzwerksausrüster Ericsson ist angeblich an der Business-Support-Sparte von Nokia Siemens Networks interessiert. Nach einem Bericht ist Ericsson nicht der einzige Interessent, habe aber die besten Aussichten auf einen Zuschlag.

NSN-CEO Rajeev Suri. Bild: NSN.

So habe auch der US-Netzwerkausrüster Amdocs ein Auge auf die NSN-Tochter geworfen, schreibt Reuters unter Berufung auf Dow Jones Newswires. Die Business-Support-Systems-Sparte (BSS) des Netzwerkausrüsters ist auf die Optimierung von Geschäftsprozessen spezialisiert und bietet unter anderem E-Commerce-Lösungen für Mobilfunk- sowie Telekomfirmen an. Weder NSN noch Ericsson und Amdocs wollten den Bericht kommentieren.

Im Rahmen eines weltweiten Restrukturierungsplans will NSN bis Ende nächsten Jahres Kosten in Höhe von einer Milliarde Euro einsparen. Das schwächelnde Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens prüft schon seit längerem, welche Vermögenswerte es durch einen Verkauf zu Geld machen kann. Dazu gehört angeblich auch die BSS-Sparte.

Im November 2011 hatte NSN angekündigt, bis Ende 2013 seinen weltweiten Personalbestand um knapp ein Viertel zu reduzieren. Das entspricht rund 17.000 Stellen. In Deutschland hatten vor allem die Pläne, den Standort München zu schießen, für Aufruhr gesorgt. Nachdem Siemens-Finanzchef Kaeser im Frühling NSN-Chef Rajeev Suri öffentlich für diese Pläne kritisiert hatte, kam die Kehrtwende. Der Standort München soll nun doch erhalten und dort weniger Arbeitsplätze als geplant abgebaut werden.

Für viele andere NSN-Beschäftigte in Deutschland ist die Situation aber weiter ungewiss, insgesamt droht 29 von ursprünglich 35 Standorten das Aus. Erst Ende vergangener Woche hatte NSN angekündigt, den Standort Greifswald zu schließen. Betroffen sind 48 Mitarbeiter. Ihnen wird ab den 1. Oktober der Wechsel in eine regionale Transfergesellschaft angeboten.

NSN hat seit der Gründung im April 2007 keinen Gewinn gemacht. Das Gemeinschaftsunternehmen wurde für Siemens und Nokia zum Milliardengrab. Als Ursachen nennen Branchenbeobachter in erster Linie den scharfen Preiskampf mit dem chinesischen Rivalen Huawei sowie Managementfehler.

In den vergangenen zehn Jahren hätten die Telefongesellschaften weltweit den Willen chinesischer Netzwerkausrüster ausgenutzt, Marktanteile zu jedem Preis zu erobern, zitierte das Wall Street Journal Ende vergangenen Jahres Swedbank-Analyst Hakan Wranne. So hätten sie einen Markt geschaffen, in dem nur ein einziges westliches Unternehmen überleben könne: Ericsson. Ericsson sei groß genug gewesen, um von Anfang an mit den chinesischen Wettbewerbern mithalten zu können.

Diese Position will der schwedische Netzwerksausrüster nun offenbar mit dem möglichen Zukauf der Business-Support-Sparte von NSN ausbauen. NSN wiederum hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, sich künftig auf das Geschäft mit mobilen Breitbandnetzen zu konzentrieren.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]