Nokia Siemens Networks trennt sich von weiteren Geschäftsbereichen

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Die Gerüchte haben sich bestätigt: Nokia Siemens Networks (NSN) führt derzeit Gespräche über den Verkauf seiner Sparte Business Support Systems (BSS). Das sagte NSN-CEO Rajeev Suri gegenüber dem Wall Street Journal, er nannte jedoch keine Verhandlungspartner.

NSN-CEO Rajeev Suri. Bild: NSN.

“Insgesamt haben wir bislang schon sechs Verkäufe durchgeführt”, sagte Suri gegenüber der US-Zeitung. Die abgestoßenen Geschäftsbereiche “gehörten nicht zum Kern unseres Geschäfts mit mobilem Breitband oder waren nicht so profitabel, wie wir sie gerne hätten”. Dazu zählen das Broadband Access Business (BBA) und die Wimax-Sparte.

Schon vergangene Woche war über einen Verkauf der BSS-Sparte spekuliert worden. Diese ist auf die Optimierung von Geschäftsprozessen spezialisiert bietet und unter anderem E-Commerce-Lösungen für Mobilfunk- und Telekomfirmen an. Zu den Interessenten sollen der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson und US-Konkurrent Amdocs gehören.

Im Rahmen eines weltweiten Restrukturierungsplans will NSN bis Ende nächsten Jahres Kosten in Höhe von einer Milliarde Euro einsparen. Das schwächelnde Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens prüft schon seit längerem, welche Vermögenswerte es durch einen Verkauf zu Geld machen kann.

Laut Suri sei es gelungen, in den vergangenen drei Quartalen Barmittel zu generieren. Insgesamt liege man man etwa sechs Monate vor dem Zeitplan zur Umstrukturierung. Der CEO hält die Entwicklung für nachhaltig, obwohl NSN erneut ein Jahresergebnis auf Vorjahresniveau erwartet. “Wir haben unser Personal bereits deutlich reduziert. Wir sind auch beim Verkauf unserer Business-Sparten auf einem guten Weg”, wird Suri von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

NSN hat seit der Gründung im April 2007 keinen Gewinn gemacht. Das Gemeinschaftsunternehmen wurde für Siemens und Nokia zum Milliardengrab. Als Ursachen nennen Branchenbeobachter in erster Linie den scharfen Preiskampf mit dem chinesischen Rivalen Huawei sowie Managementfehler.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]