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Die Piraten-Partei macht sich für freien Datenaustausch im Web stark. Allerdings hat jetzt die Piraten-Politikerin und Autorin Julia Schramm die Verbreitung ihres Buches ebenda unterbinden lassen.

Julia Schramm soll von ihrem Verlag für das Werk “Klick mich” sogar mehr Vorschuss bekommen haben als Bettina Wulff für “Jenseits des Protokolls”. Und diese angeblich 100.000 Euro will sich die “Contentmafia” (Schramm) natürlich wieder holen. Und zwar – man ahnt es schon – von den Lesern, besser, von den Käufern des Buches.

Jetzt lässt die Piratin Julia Schramm, Mitgliedsnummer 9031, immerhin Beisitzerin im Piraten-Vorstand, jedoch einen Dropbox-Link, der zu einer kostenlosen PDF-Version ihres Buches geführt hat, sperren. Schramm will offenbar nicht so weit gehen, das Programm ihrer eigenen Partei auch auf den eigenen Geldbeutel anzuwenden.

 

 

Wir zitieren kommerziell, jedoch frei zugänglich aus dem Programm der Piraten aus dem Abschnitt “Urheberrecht und nicht-kommerzielle Vervielfältigung”: “Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern.”

Man kann sich ja ohnehin fragen, warum ein Politiker, der sich für “legales und nichtkommerzielles Kopieren” von geistigem Eigentum, überhaupt zu dem Schluss durchringt, im Albert Knaus Verlag, der zu Random House gehört, ein Buch zu veröffentlichen, das dann im Laden 16,99 Euro und im Download 13,99 Euro kostet. Der angebliche “Ekel“, den Frau Schramm vor geistigem Eigentum laut Spiegel Online empfinde, könnte auch andere Symptome finden.

Statt freiem Informationsfluss bzw. “Klick mich” findet man jetzt auf dem Dropbox-Link folgenden Hinweis: “This file is no longer available due to a takedown request under the Digital Millennium Copyright Act by Julia Schramm Autorin der Verlagsgruppe Random House.”

Aber vielleicht will ja auch die junge Politikerin am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, ein Rädchen im großen Werk der Contentmafia zu sein, um die es in diesem Buch ja angeblich auch gehen soll. Oder die Autorin wird gerade gründlich missverstanden, soll es ja auch geben. Vielleicht soll diese Aktion auch zur politischen Diskussion anregen.

Im Vorwort zu ihrem Buch, das Julia Schramm in ihrem Blog veröffentlicht hat, liefert sie auch die Lösung des Rätsels: “So wird mich der Leser in größter Disharmonie mit mir selbst erleben. Aber das ist wichtig, denn harmonische Systeme sind dumm.”

Martin Schindler
Autor: Martin Schindler
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3 Kommentare zu AUCH DAS NOCH: Piraten-Politikerin kollaboriert mit der “Contentmafia”

  • 19.9.2012 um 09:34 von Hajo

    Die Piraten sind in wenigen Jahren genauso angepaßt und korrupt wie die Grünen.

    Als die Grünen Anfang der 80iger Jahre in den Bundestag kamen, kamen sie in Bonn alle mit dem Fahrrad angeradelt und parkten den Eingang zum Bundestag damit zu. Spätestens 3 Monate später standen keine Fahrräder mehr da, offenbar weil mal inzwischen die Telefonnummer der Fahrbereitschaft des Bundestages erfahren hatte.

  • 19.9.2012 um 10:09 von Shorty

    “kollabiert” – oder “kollidiert”??
    (Med. Wörterbuch: kollabieren = verfallen, plötzlich schwach werden)

  • 19.9.2012 um 19:26 von txxx666

    Dumm gelaufen, wie da jetzt die Scheiße stürmt – trotzdem glaube ich weiterhin an das Kozept der “Liquid Democracy”. Wenn sich nur nicht einzelne Freibeuter_innen allzusehr von den Medien vereinnahmen lassen und/oder profilieren wollen würden…
    misanthrope.blogger.de/stories/2048022/

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