IT-Jobs: Immer mehr Arbeit für immer weniger Mitarbeiter

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Die Deutsche IT-Branche sucht händeringend Spezialisten. Für Angestellte bedeutet das Mehrarbeit. Freelancer können höhere Preise verlangen und Offshore-Unternehmen freuen sich über neue Aufträge. Die Umschulung von Arbeitssuchenden scheint jedoch für Unternehmen als Lösung des Problems nicht in Frage zu kommen.

Bei mehr als drei Viertel der IT-Fachleute ist die Arbeitsbelastung in den vergangenen gestiegen, so das Ergebnis einer Umfrage von IT-Jobboard.de unter 334 IT-Fachleuten. Mit dafür verantwortlich machen die Befragten den Fachkräftemangel. Bei einem Viertel der Umfrageteilnehmer setzt die Firma deshalb stärker auf die Zusammenarbeit mit Offshore-Dienstleistern.

In den vergangenen Jahren wurde es für Unternehmen immer schwieriger, geeignete IT-Fachkräfte zu finden. Das belegen zum Beispiel auch aktuelle Zahlen des Branchenverbandes Bitkom. Demnach haben inzwischen fast zwei Drittel der Mitgliedsunternehmen mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Mehr als jedes zweite Unternehmen will in diesem Jahr zusätzliches Personal einstellen. Aber laut Bitkom gab es in Deutschland im Juni rund 38.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, die nicht oder nur sehr schwierig zu besetzen sind. Das sind 36 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das auf die IT-Branche spezialiserte Stellenvermittlungsportal IT Jobboard.de hat bei seinen Nutzern nachgefragt, wie sich diese Situation auf ihr persönliches Arbeitsumfeld auswirkt. Die häufigste Antwort ist wenig überraschend: Da es an Personal fehlt, muss jeder etwas kräftiger anpacken. Oder anders gesagt: Die Arbeitsbelastung ist gestiegen. Der Ansicht sind 76 Prozent der Befragten.

Aber der Mangel hat aus ihrer Sicht auch positive Aspekte: Gut ein Viertel er teilnehmenden Angestellten und Freelancer gab an, ihr Marktwert sei dadurch höher geworden – was sich in einem höheren Lohn niederschlägt. Und fast ein Drittel ist der Ansicht, durch die Knappheit sei ihr Arbeitsplatz sicherer geworden – und das, obwohl über ein Viertel der Firmen verstärkt mit Offshore-Dienstleistern zusammenarbeitet, um dem Mangel an Fachkräften zu begegnen.

Die am besten geeignete Maßnahme zur Lösung des Problems ist nach Meinung von 64 Prozent der Befragten, mehr Werbung für die entsprechenden Studiengänge und Ausbildungsberufe zu betreiben.

Auch die Erhöhung der Frauenquote sehen rund ein Drittel als mögliche Lösung. Erst auf dem dritten Platz der Liste der am besten geeigneten Maßnahmen steht die vom Bitkom favorisierte Lösung, IT-Spezialisten aus dem Ausland anzuwerben.

 

[mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de]

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