Arbeitsplatz 2020: Zeit für den Abschied vom eigenen Schreibtisch

ManagementPosition

Geht es nach den Experten von Citrix Systems lässt sich der Arbeitsplatz der Zukunft auf einen einfachen Nenner bringen: Ein Mitarbeiter, sechs Endgeräte, zwei Drittel Schreibtisch. Basis ist eine weltweite Umfrage unter 1.900 IT-Managern in 19 Ländern.

“Der traditionelle Büroarbeitsplatz wird auch in Deutschland vom Standard zu einer Option unter vielen”, sagt Jürgen Müller, Area Vice President Central Europe von Citrix Systems. “Ein Drittel der Unternehmen hierzulande bietet bereits mobile Arbeitsmodelle an, bis 2020 werden es fast alle sein.”

Die Entwicklung zieht tiefgreifende Veränderungen nach sich. In den kommenden acht Jahren werden Firmen weltweit ihre Büroflächen um rund 14 Prozent reduzieren, so das Ergebnis der Studie, die die Marktforscher von Vanson Bourne im Auftrag von Citrix Systems durchgeführt hat. Das Interesse des Unternehmens liegt auf der Hand, es ist auf Technologien für Cloud- und Mobile-Infrastrukturen spezialisiert.

Am Arbeitsplatz der Zukunft wird es der Umfrage zufolge noch 6,7 Schreibtische für zehn Mitarbeiter geben – das ist der weltweite Durchschnitt. In Deutschland sollen es 7,9 feste Arbeitsplätze für je zehn Mitarbeiter sein. Beim Thema mobiles Arbeiten ist der Status Quo dagegen offenbar schon erreicht. Bereits heute nutzt ein deutscher Mitarbeiter im Schnitt sechs unterschiedliche Geräte, um auf das Firmennetz zuzugreifen – vom PC bis zum Smartphone. An dieser Zahl soll sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern.

Interessant auch: Der Trend zum Gerätezoo ist offenbar in Deutschland besonders ausgeprägt. Weltweit liegt die Zahl der durchschnittlichen Geräte pro Mitarbeiter bei 4,35.

“Diese Entwicklung muss aber auf jeden Fall mit klaren Richtlinien und der passenden Technologie einen Rahmen bekommen, damit sensible Daten sicher sind”, mahnt Müller. Die Umfrage zeige gleichzeitig, dass sich gerade deutsche Unternehmen dessen deutlich bewusst sind.

So wollen die Mehrheit der befragten Unternehmen BYOD-Programme (Bring Your Own Device) einführen, um die große Zahl von Endgeräten zu verwalten, die von Mitarbeitern verwendet werden. Jede dritte Firma in Deutschland bietet nach eigenen Angaben solche Modelle bereits an. 44 Prozent sollen in den kommenden zwei Jahren folgen. Dabei wird jede zweite Firma die Gerätekosten komplett übernehmen, damit liegt die zahlungsbereitschaft deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 33 Prozent. Rund 40 Prozent steuern einen Teil der Anschaffungskosten bei – hier decken sich die internationalen Zahlen mit denen aus Deutschland. Die finanzielle Unterstützung ist nicht ganz uneigennützig. Oftmals sichern sich die Firmen so ein gewisses Maß an Kontrolle über die Geräte der Mitarbeiter.

Ein weiteres grundlegendes Ergebnis der Umfrage: Arbeit ist immer weniger ein Synonym für das Physische Büro. 2020 werden laut Umfrage noch rund die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer vom herkömmlichen Büroarbeitsplatz aus arbeiten. Rund 60 Prozent bevorzugen die eigenen vier Wände und arbeiten überwiegend von zu Hause.

Grundsätzlich geht die Entwicklung hin zu weniger ortgebundenen Mitarbeitern. Jede dritte deutsche Firma habe bereits mobile Arbeitsmodelle eingeführt, bis 2020 wollen sogar 94 Prozent der Firmen in Deutschland ihren Mitarbeitern mobiles Arbeiten ermöglichen. Dreh- und Angelpunkt solcher Projekte ist meist der ausreichende Schutz sensibler Daten: 57 Prozent der befragten deutschen Firmen wollen die Frage der Berechtigung als Kernelement in ihre Richtlinien zum mobilen Arbeiten aufnehmen.

Experten betonen stets die positiven Effekte solcher Modelle, gerade auch für die Mitarbeiter. Allen voran werden höherer Flexibilität, geringerer Zeitaufwand beim Pendeln und eine bessere Work-Life-Balance genannt. Kritiker verweisen jedoch gleichzeitig auf die Schattenseiten des Trends, etwa darauf, dass sich Privat- und Arbeitsleben durch die ständige Erreichbarkeit immer schlechter trennen lassen.

Eine australische Studie liefert nun erstmals Zahlen zu den möglichen Auswirkungen auf Familie und Partnerschaft. 88 Prozent der über 1000 Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie via Mobilgerät auch außerhalb der regulären Bürozeiten arbeiten, jeder dritte sogar vom Bett aus. In jeder vierten Partnerschaft hat das schon einmal für Streit gesorgt.

Fotogalerie: IDC: Die Bedeutung von BYOD geht zurück

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