Forscher entdecken ‘Fingerabdruck’ von Grafikkarten

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Keine gleicht der anderen und damit ist jede Grafikkarte so einzigartig wie der Fingerabdruck eines Menschen. Forscher wollen aus diesen feinen Unterschieden jetzt fälschungssichere Identitäten entwickeln.

PUFFIN nennt sich das europäische Projekt, mit der über eine Software minimale Unterschiede baugleicher Grafikprozessoren erkannt werden sollen. Und PUFFIN steht für “Physically unclonable function found in standard PC components”. Denn jede Grafikkarte, obwohl sie zu abertausenden vom Band fallen, unterscheidet sich minimal von den restlichen Karten.

Über diese Unterschiede kann man offenbar die einzelnen Prozessoren unterschieden. Die Experten sprechen dann von PUFs (Physically unclonable functions). Diese minimalen Abweichungen, die unabsichtlich im Produktionsprozess entstehen, lassen sich weder kopieren noch rekonstruieren.

Forschern des EU-Projekts PUFFIN, in dem die K.U. Leuven, die Technische Universität Darmstadt, die Eindhoven University of Technology und die Firma Intrinsic-ID B.V. (Eindhoven) zusammenarbeiten, ist es nun gelungen, diese minimalen Unterschiede mit Hilfe einer Software zu erkennen.

Die Unterschiede können somit etwa beim Online-Gaming dazu verwendet werden, um eine bestimmte Grafikkarte an einen User-Account zu binden. Durch die sichere Identifizierung der Hardware des Spielers kann ein Identitätsdiebstahl verhindert werden. Zusätzlich könnten Betreiber von Spielplattformen durch die Authentifizierung mittels PUF-Eigenschaften von bereits vorhandener Hardware zusätzliche Sicherheits-Feature mittels eines Software-Updates bereitstellen, ohne dass eine Nutzerinteraktion notwendig wird.

Nachdem PUF-Eigenschaften in Graphikprozessoren gefunden wurden, suchen die Wissenschaftler nun nach ähnlichen Unterschieden in weiterer Standard-Hardware wie etwa Mobiltelefonen. Außerdem interessieren sich die Wissenschaftler für zusätzliche Anwendungen für einen einfachen Zugriff auf elektronische, fälschungssichere Identitäten. „Die Ergebnisse des PUFFIN-Projekts ermöglichen viele neue Anwendungen: So könnten PUFs für die Verschlüsselung von Festplatten eingesetzt werden, um sie vor Diebstahl zu schützen“, so TU-Informatiker Prof. Dr. Stefan Katzenbeißer.
Das Projekt PUFFIN läuft bis Februar 2015 und hat ein Gesamtetat von 1,3 Millionen Euro.

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