Huawei und ZTE wehren sich gegen Spionage-Vorwürfe

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Eine Warnung des US-Kongresses vor den Produkten und den Strukturen der chinesischen Hersteller ZTE und Huawei sorgt bereits dafür, dass sich Cisco als Partner von ZTE getrennt hat. Beide Unternehmen widersprechen zudem der Darstellung, dass ihre Komponenten ein Sicherheitsrisiko für die USA darstellten.

In einer schriftlichen Stellungnahme wehrt sich Huawei jetzt gegen den Report des Permanent Select Committee on Intelligence.

Das Komitee sei trotz größter Bemühungen seitens Huawei “zu einem vorgefassten Ergebnis” des Reports gekommen.
So habe es zahlreiche Gespräche mit Vertretern des Kongresses und des Herstellers gegeben, man habe Dokumentationsmaterial zu Verfügung gestellt, das Forschungszentrum geöffnet, zusammen die Produktion besucht und zudem die Beteiligungsstruktur des gesamten Unternehmens offen gelegt, so Huawei.

Laut Huawei habe das Komitee jedoch leider all diese Fakten vollständig ignoriert. Dafür seien jedoch Spekulationen und Gerüchte in diesen Report eingeflossen. Daher schließt das Unternehmen, dass der eigentliche “Sinn dieses Reports der sei, den Wettbewerb zu behindern und chinesische ITK-Unternehmen davon abzuhalten, den US-Markt zu betreten.”

Wie Bloomberg berichtet, hat Cisco bereits den Empfehlungen, die in dem Report verlautbart werden, zumindest teilweise umgesetzt: Das Unternehmen hat jetzt eine Vertriebspartnerschaft aufgekündigt.

Ein Cisco-Sprecher erklärte gegenüber Bloomberg, es bestehe derzeit keine Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller ZTE. So warnt der US-Kongress auch vor den Ausrüstungskomponenten von ZTE. Zudem belasten Lieferungen in den Iran das Verhältnis zwischen Cisco und ZTE. So habe laut Reuters ZTE den Iran mit Komponenten für das nationale Telekommunikationsnetzwerk beliefert. Mit darin enthalten seien auch Switches von Cisco gewesen.

ZTE bemüht sich jetzt in beiden Vorgängen um Schadensbegrenzung. Es habe sich um reguläre Verkäufe in den Iran gehandelt. Zudem fahre man derzeit ohnehin das Engagement in Iran zurück. Auch arbeite das Unternehmen mit den US-Behörden zusammen, die derzeit prüfen, ob ZTE mit diesen Verkäufen in den Iran gegen Sanktionen verstoßen hat. Bei den Lieferungen soll es sich vor allem um Überwachungstechnologien gehandelt haben. Der Deal soll ein Volumen von 130 Millionen Dollar gehabt haben.

Laut Berichten der Webseite The Smoking Gun sollen ZTE-Mitarbeiter und Anwälte zudem versucht haben, die Vorgänge zu vertuschen.

ZTE meldet sich in der Person von David Dai Shu, Director Global Public Affairs darüber hinaus nun auch zu dem Report in einer Mitteilung zu Wort: “ZTE nimmt den Report zur Kenntnis und respektiert die Aufgabe des Komitees, die nationale Sicherheit der USA zu schützen. ZTE glaubt, dass das Komitee allerdings mehr darauf fokussiert ist, woher der Hersteller stammt, als tatsächlich auf die Sicherheit der Geräte zu achten. Das Komitee hat westliche Hersteller und deren chinesische Hersteller-Partner in dem Report ausgespart, die ja schließlich den großteil der Ausrüstung liefern, die derzeit in den USA in Betrieb sind.” Darüber hinaus empfiehlt ZTE-Mann Shu, das Trusted Delivery Model auf alle Hersteller von kritischer Telekommunikationsinfrastruktur anzuwenden.

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