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Neben etablierten Angeboten von Portalen für freischaffende Entwickler und Freelancer gibt es auch immer wieder neue Plattformen, die durchaus einen Blick wert sein können. silicon.de zeigt die Unterschiede auf und erklärt, welche Börsen sich für welche Firmen eignen.

Wer auf die Seite von Freelancer.de geht, um ein Projekt zu vergeben, den erschlägt zunächst einmal die Vielfalt: Über vier Millionen Freelancer aus aller Welt bieten dort ihre im Detail gelisteten Qualifikationen an, teilweise zu Stundenlöhnen von 5 Dollar und weniger. Knapp 2,5 Millionen Projekte sind gelistet. An einem beliebigen Dienstag Morgen sind knapp 15.000 Leute auf den Seiten der internationalen Dienstleistungsbörse unterwegs.

Deutsche Dienstleister sind dort rar. Meist kommen die Serviceanbieter aus Indien, Brasilien oder entlegenen Gegenden Osteuropas. Die suchbaren Fähigkeiten sind nahezu unbegrenzt: alle Spielarten der Programmierung und andere IT-Aufgaben, aber auch Marketing, Architektur und Design, Texten und Übersetzen, ja, sogar wissenschaftliche Arbeiten wie Schaltkreisentwurf lassen sich für höchst moderate Preise über die Plattform abwickeln.

Eine deutsche Website hat Freelancer.com zwar seit ein paar Wochen, mit der weiteren Lokalisierung tut sich das Unternehemn aber derzeit noch schwer (Screenshot: ZDNet).

Erheblich schwerer als etwa mit dem SEO-Spezialisten “Zoomin 201″ aus Indien, der für 10 Dollar die Stunde über Feelancer.de anbietet, ist es allerdings, mit dem australischen Betreiber von freelancer.de selbst Kontakt aufzunehmen. In Deutschland hat man keine direkten Repräsentanten, auf der deutschen Website fehlt ein Impressum, das Hinweise gäbe. Und der einzige deutsche Dienstleister, den ich auf der Seite entdecken konnte, antwortet auf meine Rechercheanfrage nicht. Es ist wahrscheinlich, dass es sich besser mit Börsen arbeitet, die wenigstens einen telefonischen Ansprechpartner in Deutschland besitzen, der auch an den Apparat geht.

Jeder Auftrag wird bewertet

Firmen, die ein Projekt vergeben wollen, können die Erfolgsgeschichte jedes Freelancers nachvollziehen. Am Ende eines Projekts bewertet der Auftraggeber die Ausführung, meist in Form von einem bis fünf Sternen. Diese Wertung ist beim Freelancer-Steckbrief zu sehen. Auch Kommentare sind erlaubt.

Das Preis-Leistungsverhältnis ist zwar in der Regel sehr günstig, allerdings ist bei Billigpreisen mit Einschränkungen in der Qualität zu rechnen. So offeriert Artem Stier seit 2010 über die Seite myhammer, eine Börse für alle Dienstleistungen vom Anstreichen bis zur komplexen Programmierleistung, für 700 Euro Webshop-Entwicklung. “Dafür nutze ich eine vorkonfigurierte Shoplösung oder die Vorlagen eines Providers. Wenn der Kunde etwas Individuelles wünscht, kostet es natürlich mehr”, sagt Stier. Außerdem gäbe es häufig Folgeaufträge, die zu teureren Preisen außerhalb der Plattform abgewickelt würden, wenn die Kunden erst einmal Vertrauen gewonnen hätten.

Die Berliner Firma Twago hat seit kurzem auch ein “Branchenbuch” auf der Site, mit dem es für Auftraggber und Dienstleister einfacher sein soll, regional zusammenzufinden (Screenshot: ZDNet).

Nicht immer steht die direkte Projektgewinnung im Vordergrund, wenn Freelancer oder Firmen sich bei solchen Börsen listen lassen. Oliver Schweißgut, Geschäftsführer der 20 Mitarbeiter starken Engineering-Dienstleisters os-cillation GmbH, ist mit seiner Firma unter anderem bei der Projektbörse Twago.de präsent. Sein kostenpflichtiges Servicepaket sichert ihm eine prominente Platzierung auf den Anbieterlisten der einzelnen Projektkategorien. “Wir nutzen das vor allem zur Kundengewinnung”, sagt Schweißgut. “Denn die Anbieter innerhalb der Börsen drücken gegenseitig die Preise oft so stark, dass sich das ökonomisch nicht mehr lohnt.”

Vor den Billigheimern aus Fernost oder anderswo hat er keine Angst, im Gegenteil. “Wir lösen häufig Projekte ab, bei denen ein mit Software unerfahrenes Unternehmen aus Kostengründen einen X-beliebigen Billiganbieter weit weg beauftragt hat, der kaum nachfragt. Die Projektierungsphase, eigentlich sehr arbeitsaufwändig, fällt bei diesen Dienstleistern meist einfach weg. Dann passen Anspruch und Wirklichkeit nicht zueinander, und alles muss noch einmal neu gemacht werden”, erklärt Schweißgut.

Vom Crowdsourcing bis zum Einzelprojekt

Wer Aufgaben über eine solche Plattform abwickeln will, muss also genau wissen, was er braucht: Geht es um große Aufträge, die sich gut in winzige Schritte aufteilen, separat abwickeln und dann wieder zusammenfügen lassen, eignen sich sogenannte Crowdsourcing-Anbieter wieAmazon MTurk, oder die deutsche Plattform Clickworker.de. Sie übernehmen die Abwicklung zwischen Dienstleister und Auftraggebern, unterteilen die Großaufträge in kleine Pakete, fügen die Resultate anschließend wieder zusammen und reichen die Ergebnisse als Paket an den Kunden weiter. Die Qualifikationen der Dienstleister, die bei Crowdsourcern gelistet sind, sind wie die Aufgaben extrem unterschiedlich.

Beim Portal Clickworker.de liegt der Schwerpunkt auf SEO-Texten, Übersetzungen, Web-Recherche und Datenkategorisierung (Screenshot: ZDNet).

Wer dagegen sehr konkrete Projekte selbst an einen Dienstleister vergeben und nur die Recherche und Abwicklung vereinfachen möchte, ist bei Börsen wie Freelancer.de, Twago oder Spezialbörsen für bestimmte Bereiche, etwa gulp.de für die Suche nach IT-Projektmitarbeitern auf Zeit oder content.de undtextbroker.de fürs Schreiben oder Übersetzen von Texten aller Art, besser aufgehoben. Hier ist das Wichtigste ein umfassendes, detailliertes Briefing.

Für die Freelancer aller Branchen haben die Börsen neben der Präsenz vor allem einen großen Vorteil: Der Kunde zahlt in der Regel im Voraus an die Börse. Ist das Projekt abgenommen, gibt es also garantiert und schnell Geld, statt monatelang auf die Begleichung von Rechnungen zu warten. Dafür erhält die Börse meist eine Provision. Die Akquise beschränkt sich auf die Durchsicht der angebotenen Projekte.

Manchmal lässt sich davon sogar leben. Eine Texterin, ehemals Bankangestellte, die seit 2010 bei einer Spezialbörse gelistet ist und ihren Verdienst auf 10 bis 12 Euro pro Stunde beziffert, meint: “Ich verdiene zwar nicht viel, aber meine Arbeit macht Spaß und ist bequemer als andere Jobs in dieser Verdienstkategorie. Immerhin kann ich mittlerweile mich und zwei Hunde davon durchbringen.”

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