US-Regierung erwägt Kartellklage gegen Google

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Die US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission (FTC) empfiehlt der US-Regierung angeblich, rechtliche Schritte gegen Google einzuleiten. Ein 100 Seiten starker Untersuchungsbericht soll ergeben haben, dass das Unternehmen seine dominante Stellung im Suchmarkt angeblich gegen seine Konkurrenten einsetzt. Das berichten übereinstimmend mehrere US-Medien.

So meldet die New York Times unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle, dass die FTC einen 100 Seiten starken Untersuchungsbericht zu ihren Kartellermittlungen gegen Google vorbereite.

Die Agentur Reuters berichtet unabhängig davon, dass vier der fünf Kommissare der FTC davon überzeugt sind, dass Google gegen US-Kartellgesetze verstößt. Nur ein Kommissar sei noch skeptisch. Laut zwei Quellen von Reuters will die FTC Ende November oder Anfang Dezember ihre abschließende Entscheidung bekannt geben.

Die Ermittlungen der Behörde gegen den Suchkonzern dauern seit über einem Jahr an. Ein Google-Sprecher sagte News.com, sein Unternehmen beantworte gerne alle Fragen der Kartellwächter.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Google ins Visier der Regierung gerät. Im August verhängte die FTC eine Geldstrafe von 22,5 Millionen Dollar. Das Unternehmen hatte den Tracking-Schutz von Apples Browser Safari umgangen und Cookies auf Rechnern von Safari-Nutzern platziert, um deren Surfverhalten zu Werbezwecken zu verfolgen. Obwohl es die höchste Strafe ist, die die FTC je ausgesprochen hat, klagt die US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog gegen den zwischen der Behörde und Google ausgehandelten Vergleich.

Den Suchmarkt dominiert Google schon seit Jahren. Laut den jüngsten Zahlen von Comscore lag Googles Marktanteil im September in den USA bei 66,7 Prozent. Microsofts Suchmaschine Bing kam als Nummer zwei im vergangenen Monat auf lediglich 15,9 Prozent.

In der EU untersuchen die Wettbewerbshüter seit Ende 2010, inwieweit Google seine Marktmacht auf dem Suchmaschinenmarkt unlauter ausnutzt. Google-Chairman Eric Schmid versuchte zuletzt, eine langwierige Kartelluntersuchung abzuwenden und bot dem zuständigen Kommissar Joaquin Almunia einen Kompromiss an.

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[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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