Siemens kauft Simulations-Spezialist LMS

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Der Spezialist für mechatronische Simulation LMS Internationals wird künftig das Software-Segment von Siemens erweitern. LMS hat neben anderen Branchen vor allem in der Automobilbranche und in der Luft- und Raumfahrtechnik Anwender.

Das virtual.lab von LMS ist jetzt Teil von Siemens.
Das virtual.lab vom LMS gehört jetzt zum Siemens-Portfolio. Quelle: LMS

Siemens sichert sich mit der belgischen LMS International Software für die Prüfung und Simulation von komplexen Produkten. “Die mechatronische Simulation wird für intelligente, wettbewerbsfähige Produktentwicklungs- und Produktionsprozesse immer wichtiger. Mit dem Zukauf von LMS rücken wir nun auch in diesem Softwaresegment auf eine Spitzenposition vor und können die Innovationskraft und -geschwindigkeit unserer Kunden nochmals maßgeblich steigern”, sagte Siegfried Russwurm, Mitglied des Vorstandes und CEO des Sektors Industry bei der Siemens AG.

Der Kaufpreis für LMS beträgt rund 680 Millionen Euro. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Zustimmung. Mit über 1200 Mitarbeitern und einem Umsatz von mehr als 140 Millionen Euro in den ersten neun Monate des Jahres 2012 ist LMS Partner für etwa 5000 Unternehmen der Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie anderer Branchen. Das Privatunternehmen unterstützt sämtliche Fortune-500-Unternehmen aus Automobil- und Flugzeugbau inklusive ihrer Tier-One-Zulieferer mit einer Kombination aus Software zur mechatronischen Simulation, Testsystemen und Engineering-Leistungen. Dabei bietet LMS eine komplette Softwareplattform zum Modellieren, Simulieren und Prüfen mechatronischer Systeme in Fahrzeugen, Flugzeugen und anderen komplexen Produkten hinsichtlich Akustik, Vibrationen, Schwingungen, Betriebsfestigkeit und Dynamik an.

Die Geschäftsaktivitäten von LMS sollen innerhalb der Division Industry Automation in das Software-Portfolio für Product Lifecycle Management (PLM) integriert werden. “Mit der Übernahme von LMS verstärken wir unser Industriesoftwareangebot für viele Kunden an entscheidender Stelle. Diese können ihre Produkte künftig mit einer durchgängigen Datenbasis simulieren, testen, optimieren und produzieren. Das macht sie schneller, zielgenauer, flexibler und kostengünstiger”, erklärte Anton Huber, CEO der Division Industry Automation bei Siemens.

Als Teil des Industriesoftwareangebotes von Siemens wird PLM-Software von über 70 000 Unternehmen weltweit eingesetzt, die aus dem Automobilbau, der Elektronikfertigung, der Luft- und Raumfahrt, dem Maschinenbau sowie anderen Branchen kommen. Seit der Akquisition der UGS Corp. im Jahr 2007 ist Siemens der weltweit einzige Anbieter, der den gesamten Wertschöpfungsprozess für Produktentwicklung und Produktion mit Software abdeckt. Die Industriesoftwareunternehmen, die Siemens seit Ende 2011 übernommen hat, sind Active Tecnologia em Sistemas de Automação Ltda. (Pharma- und Biotechnik-Prodution), Vistagy Inc. (Konstruktion von Verbundwerkstoffen), die IBS AG (Qualitäts- und Produktionsmanagement), Innotec do Brasil Ltda. (Ganzheitliches Anlagenmanagement), die Perfect Costing Solutions GmbH (Kostenmanagement), VRcontext International S.A. (3D-Anlagenvisualisierung) sowie Kineo CAM (Computer-gestützte Software zur Bewegungsführung).

Der Siemens-Sektor Industry mit Sitz in Erlangen ist mit über 100.000 Beschäftigten weltweit einer der wichtigsten Anbieter von Lösungen für die Industrie.

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