Datenanalyse: CIOs scheitern an Komplexität

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CIOs und andere Entscheider müssen – ob sie wollen oder nicht – häufig ihre Entscheidungen mit dem Bauch treffen. In manchen Fällen, weil die notwendigen Informationen im Unternehmen gar nicht vorhanden sind, oder es schlicht zu lange dauert, um die Informationen aus verschieden Datenquellen zusammenzutragen.

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Datenanalyse als Problem von Entscheidern. Alexander Wallner, Area Vice President Germany bei NetApp. Quelle: NetApp

Gut die Hälfte aller deutschen Unternehmen benötigen für geschäftskritische Entscheidungen und die entsprechende Datenanalyse mehr als einen Tag – nur sieben Prozent sind in der Lage, wichtige Entscheidungen unmittelbar zu treffen. Das empfinden die befragten Teilnehmer mehrheitlich als zu langsam, wie der Storage-Spezialist NetApp jetzt in einer Befragung unter IT-Entscheidern feststellt.

“Für mich sind in dieser Studie zwei Dinge besonders wichtig”, erklärt Alexander Wallner, Area Vice Präsident Germany von NetApp. “Einmal die Erkenntnis, dass Daten als extrem wichtig angesehen werden. Zum anderen, dass Verfügbarkeit und Qualität der Daten nicht in dem Maße gegeben sind, wie das die Entscheider gerne hätten. Wir sehen da noch ein deutliches Gap.”

Außerdem habe die Untersuchung, die von Vanson Bourne unter Entscheidern in Deutschland und Europa bei Unternehmen verschiedener Größe durchgeführt wurde, gezeigt, dass die meisten CIOs die eigene IT als zu komplex ansehen. “Die Anwender würden gerne mehr mit den verfügbaren Daten machen, aber sie scheitern häufig an der Komplexität der eigenen Systeme”, so Wallner im Gespräch mit silicon.de.

In einem von internationaler Konkurrenz geprägten Geschäftsumfeld müssen unternehmensrelevante Entscheidungen schneller getroffen werden als jemals zuvor. Laut Studie wollen nahezu zwei Drittel (61 Prozent) der Führungskräfte schneller ein Urteil finden als noch vor einem Jahr. 88 Prozent sagen, dass die Entscheidungen eiliger seien gegenüber vor fünf Jahren.

Weniger als ein Viertel (22 Prozent) der Befragten glaubt, dass sie immer in der Lage sind, innerhalb des notwendigen Zeitrahmens zu urteilen. Der Rest (88 Prozent) gibt an, dass strategische Entscheidungen nicht so schnell fallen, wie es die geschäftliche Entwicklung erfordern würde. Die Mehrheit (52 Prozent) benötigt im Schnitt mehrere Tage oder länger für einen Beschluß.

71 Prozent der befragten Führungskräfte sind der Meinung, dass ihnen für eine Entscheidung nicht immer die passenden Daten zur Verfügung stehen. Für 24 Prozent der Teilnehmer sind die Informationen nicht ausreichend, während 39 Prozent nicht die richtigen Daten erhalten. 30 Prozent können innerhalb ihrer Organisation die Daten nicht schnell genug abrufen.

Abhilfe könnte ein direkter und unkomplizierter Zugang zu den Daten schaffen. Lediglich 29 Prozent der Befragten haben die Möglichkeit, unmittelbar auf entscheidungsrelevante Daten zuzugreifen. Die übrigen 71 Prozent erhalten die Informationen über Mitarbeiter, die die Daten entsprechend aufbereiten.

Diese zusätzliche Ebene zwischen dem Entscheidungsträger und den originären Daten führt dazu, dass mehr als drei Viertel der Befragten mit den gelieferten Informationen unzufrieden sind. Zu den Gründen zählen fehlende Details (29 Prozent) sowie die langen Wartezeiten, bis die Daten vorliegen (27 Prozent).

Nur drei Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, dass ihnen für die Entscheidungsfindung regelmäßig aktualisiertes Datenmaterial zur Verfügung steht. Die übrigen Teilnehmer nutzen demnach Daten, die nicht mehr der aktuellen Situation entsprechen.

Die am häufigsten genannten Auswirkungen sind der Verlust eines potenziellen Neukunden (43 Prozent), Wettbewerbsnachteile und Umsatzrückgänge (jeweils ein Drittel) sowie Kündigungen von Bestandkunden (30 Prozent). Dabei seien es in vielen Fällen gar nicht zu wenig Daten, sondern eher das Gegenteil sei der Fall, berichtet Wallner. “Man kann ein Unternehmen auch mit Daten fluten”, erklärt Wallner. Die Herausforderung hier sei, die relevanten Daten heraus zu sortieren.

Und hier kommen Technologien wie SAP HANA oder auch Hadoop ins Spiel, obwohl diese erst am Anfang stehen. Damit könnten auch neue Datenquellen erschlossen werden. Wallner nennt das Beispiel eines CIOs eines Versicherers. Für diesen sei es inzwischen entscheidend, schnell über das Nutzerverhalten in Facebook informiert zu werden, denn hier würden sich Kunden über Tarife und Zufriedenheit mit dem Kundenservice austauschen. Daher seien solche Informationen inzwischen entscheidend für das Business.

“Die Kombination aus Daten und Bauchgefühl wird immer noch die beste sein”, erklärt Wallner. Neun von zehn Führungskräften vertrauen dennoch eher auf Fakten, als auf ihren Instinkt. Trotzdem gab die Mehrheit der Befragten an, dass sie oft oder immer strategische Entscheidungen treffen, ohne zuvor relevantes Datenmaterial heranzuziehen. “Alarmierender aber ist, dass bestimmte Daten nicht verfügbar sind”, erklärt Wallner.

Aber warum interessiert sich ein Storage-Hersteller für die Bedürfnisse eines CIOs oder CEOs. “Das sind Erkenntnisse, die für uns sehr wichtig sind, denn es ist meist das Storage, das die IT komplex macht. Hohe Standardisierung haben wir bei Netzwerken oder auch bei Servern. Aber im Storage hat jeder eine eigene Lösung.

Und hier wolle NetApp mit einem hohen Standardisierungsgrad und Nondisruptive Operations gegensteuern. Auch die Referenzarchitektur Flexpod ziele darauf ab, die Komplexität aus dem Rechenzentrum herauszunehmen und die Standardisierung zu erleichtern. Über die Storage-Plattform soll schließlich auch die Analyse der Daten vereinfacht werden.

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