Ehefrauen-Tracking: SMS-Service für Männer in Saudi-Arabien

Big DataData & StorageEnterpriseMobileRechtRegulierungSmartphone

In Saudi-Arabien werden Männer seit der vergangenen Woche offenbar automatisch per SMS gewarnt, wenn ihre Ehefrau das Land verlassen möchte. Möglich wird das durch ein elektronisches Ein- und Ausreise-System, das die saudi-arabische Regierung im vergangenen Jahr aufgebaut hat. Der automatisierte SMS-Dienst hat auf Twitter für einen Sturm der Entrüstung gesorgt.

Aufgefallen war der automatisierte SMS-Dienst nach einem Bericht der BBC erstmals in der vergangenen Woche. Ein Ehepaar wollte vom Flughafen in Riad aus zu einer gemeinsamen Auslandsreise aufbrechen, als der Ehemann von der Einwanderungsbehörde eine entsprechende Kurznachricht auf sein Handy bekam.

Da der Mann sich zuvor nicht für den “Dienst” angemeldet hatte, gehen Beobachter deshalb nun davon aus, dass der Service zuletzt automatisiert wurde. Laut BBC gab es für Männer in Saudi-Arabien bereits zuvor die Option, sich elektronische benachrichtigen zu lassen, wenn eine weibliche Schutzbefohlene das Land verlässt – allerdings nur auf Wunsch des Mannes. In Saudi-Arabien ist es Frauen nicht gestattet, ohne Einverständnis ihrer Männer zu reisen oder mit dem Auto zu fahren.

An die Öffentlichkeit gebracht und in sozialen Netzwerken publik gemacht hat den Fall allen voran Manal al-Sharif. Die Frauenrechtlerin war auch die treibende Kraft hinter der Kampagne Woman2Drive, die sich gegen das Autofahrverbot von Frauen in Saudi-Arabien wendet.

Auf Twitter ist die Empörung über die Tracking-SMS groß. Einer der Nutzer schreibt: “Wenn ich mir per SMS mitteilen lassen muss, dass meine Ehefrau Saudi Arabien verlässt, bin ich entweder mit der falschen Frau verheiratet oder brauche einen Psychiater”.

Tipp: Wie gut kennen Sie Twitter? Testen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.