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Leben wir in einer Computer-Simulation?

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Wenn man sich die Seltsamkeiten des Alltags mal vor Augen führt, können einem schon seltsame Gedanken kommen, wie etwa der, dass wir in einer Simulation existieren.

Diese Idee klang vielleicht bereits in der Monadologie Leibnitz’ an. 1999 erfuhr dieser Gedanke mit der Matrix-Trilogie der Wachowski-Geschwister auch eine durchaus beeindruckende filmische Umsetzung. Allerdings hatte erst 2003 der Wissenschaftler Nick Bostrom sich als erster dezidiert in einem Paper mit der Frage auseinander gesetzt, ob wir in einer Computer-Simulation leben.

Jetzt wollen sich US-Wissenschaftler der Universität Washington auf die Such nach Beweisen oder Gegenbeweisen für diese Theorie machen. Und dazu brauchen diese Wissenschaftler allerdings einen Supercomputer, der die Kapazitäten aktueller Modelle weit übersteigt.

Derzeit lässt sich ein akkurates Modell unseres Universums nur im winzigsten Umfang realisieren. Lediglich der Hundertste Teil eines billionstel Meters lasse sich sauber und realitätsnah in einem Rechner simulieren, oder in den nächsten Jahren. Jedoch diese Simulation wäre kaum größer als Raum, den ein einzelnes Atom einnimmt, so der Forscher Martin Savage.

Doch auch wenn es eine Simulation des kleinsten Raumes ist, müssten sich eigentlich Paralleln zwischen dem “realen” Universum und dem aus dem Unix-Rechner ziehen lassen. So lässt sich grob die Idee der Forscher skizzieren. Jetzt haben sie einige Tests dafür vorgeschlagen. So könnten in einigen Jahren ein Molekül, dann eine Zelle und schließlich ein ganzer menschlicher Körper simuliert werden.

Doch erst dann wären die Forscher tatsächlich in der Lage, einigermaßen verlässliche Aussagen darüber zu machen, ob wir tatsächlich nur simuliert sind.

“Wenn man die Simulationen nur groß genug macht, sollte irgendwann etwas ähnliches wie unser derzeitiges Universum heraus kommen”, so Savage. Dann könnte man prüfen, ob sich so etwas wie eine Signatur ablesen lässt, die in beiden Fällen nachweisbar ist. Diese Signatur könnte sich zum Beispiel in einer Beschränkung der kosmischen Strahlung ablesen lassen.

Sollte sich das als Tatsache erweisen, würden sich weitere Möglichkeiten ergeben: So könnten diejenigen, die unser Universum simulieren, auch weitere Universen simulieren. Und wenn das der Fall wäre, könnten wir ja auch vielleicht mit diesen anderen Universen in Kontakt treten, sofern sie auf der gleichen Plattform gehostet werden.

Mein Vorschlag wäre, sich mit den Betreibern unserer Simulation mal ernsthaft über den einen oder anderen Parameter zu unterhalten und zu fragen, ob vielleicht ein Update oder ein neues Release drin wäre.

  1. Gut geschriebener Artikel mit einer sehr interessanten Sichtweise – mal sehen, was die Washingtoner Forscher noch so alles rauskriegen….

  2. Es ist völlig absurd zu glauben, man könne herausfinden, ob man in einer Simulation lebt oder nicht. Völlig absurd deshalb, weil die Simulation einen selber (den Wissenschaftler oder Forscher sowie deren Ergebnisse) mit einschließt.
    Alle Forschungsergebnisse sind natürlich auch Simulation. Auf wissenschaftlicher Basis kann man sowieso nicht viel herausfinden, weil man sich durch ganz enge Grenzen behindert (weil nicht sein kann, was nicht sein darf).
    Es könnte anders sein, wenn man “Simulation” anders definierte als primitive Computer-Simulation…