Streik bei Apple-Zulieferer in China

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Foxconn, der neben Apple auch für andere IT-Größen fertigt, gerät erneut Schlagzeilen mit unzufriedenen Mitarbeitern bei einem Zulieferbetrieb.

Jetzt bestätigt der taiwanische Hersteller erneut Probleme. Nach Angaben der Arbeitsschutzorganisation SACOM aus Hongkong handelt es sich um einen Streik, an dem sich mehr als tausend Arbeiter beteiligt haben sollen. Sie fordern angeblich mehr Geld und eine bessere Behandlung.

Foxconn machte keine Angaben zu den Bauteilen, die es aus dem Werk von Jiangxi Xin Hai Yang Precision Components in der Stadt Fengcheng bezieht. Rund 5500 Menschen sollen bei dem Hersteller angestellt sein. Ein Vertreter von SACOM erklärte jedoch, dort würden Anschlussstecker für das iPhone sowie Komponenten für andere Markenprodukte gefertigt.

Der Streik begann SACOM zufolge am Donnerstag und wurde auch Freitag fortgesetzt. Arbeiter hätten die Hauptstraße in der Nähe der Fabrik blockiert. Spezialeinheiten der Polizei hätten eingegriffen seien mit Wasserwerfern gewaltsam gegen die Demonstranten vorgegangen. Ein chinesischer Blog hat Bilder von dem Streik veröffentlich http://www.molihua.org/2013/01/blog-post_9682.html und auch Videos kursieren http://v.youku.com/v_show/id_XNTAwMzk0Mjg4.html im Web.

“Unabhängig von den Medienkampagnen von Apple und Foxconn, die die guten Arbeitsbedingungen in den Fabriken loben, sind die Bedingungen weiterhin wie in einem Ausbeuterbetrieb”, heißt es in einer Pressemeldung von SACOM. Die Gruppe verurteilte das Vorgehen chinesischer Behörden und forderte Foxconn und Apple auf, sich mit den Arbeitern zu treffen, um ihre Beschwerden zu besprechen.

Foxconn räumte die Probleme zwar ein, betonte aber, es handle sich nicht um eine der eigenen Fabriken. “Das ist kein Foxconn-Unternehmen”, teilte ein Sprecher mit. Man sei aber mit dem Management der Firma und Vertretern der lokalen Regierung in Kontakt, um die Bedenken der Angestellten auszuräumen und sicherzustellen, dass die “hohen Standards für Arbeitsplätze und Lebensbedingungen”, die Foxconn von seinen Zulieferern fordere, eingehalten würden.

Foxconn beschäftigt in China mehr als eine Million Menschen. Schon mehrfach wurde das Unternehmen wegen niedriger Löhne und schlechter Arbeitsbedingungen harsch kritisiert. Im vergangenen Herbst musste Foxconn nach Protesten von Arbeitern eine seiner Fabriken sogar vorübergehend schließen. Nach einer Serie von Selbstmorden brachte das Unternehmen an vielen Gebäuden Fangnetze an.

Die Vorkommnisse bei seinen Lieferanten in China belasten auch Apple. Das Unternehmen aus Cupertino generiert mit den von Foxconn hergestellten Produkten wie iPhone und iPad erhebliche Gewinne. Im vierten Fiskalquartal betrug der Überschuss 8,2 Milliarden Dollar. Die Zahlen für das erste Geschäftsquartal, das das wichtige Weihnachtsgeschäft umfasst, legt Apple am 23. Januar vor.

[mit Material von Stefan Beiersmann, News.com]