Dell will sich angeblich von der Börse verabschieden

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Der Computerhersteller Dell erwägt nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg den Rückzug von der Börse. Demnach verhandelt der Konzern bereits mit den Private-Equity-Firmen TPG Capital und Silver Lake über einen Abschied von der Börse und eine Übernahme.

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Michael Dell. Quelle: Dell.

Dem Bericht von Bloomberg zufolge verhandelt der Computerhersteller mit mindestens zwei Investoren über eine Übernahme. Eine der Quellen der Zeitung sagte zudem, dass mehrere große Banken angesprochen wurden, um das Geschäft zu finanzieren.

Ein Sprecher von Dell wollte sich auf Nachfrage von News.com nicht zu dem Bericht äußern. Er sagte lediglich, Dell kommentiere weder Gerüchte noch Spekulationen. Die Investoren sind nach Angaben einer Quelle von Bloomberg die Private-Equity-Firmen TPG Capital und Silver Lake. Das Geschäft könne noch im Lauf dieser Woche angekündigt werden. Die Finanzierung sei aber noch nicht gesichert. Von daher sei ein Scheitern der Verhandlungen nicht ausgeschlossen.

Bloomberg zufolge betrug Dells Marktkapitalisierung am 11. Januar 18,9 Milliarden Dollar. Firmengründer und CEO Michael Dell besitzt demnach 15,7 Prozent der Anteile seines Unternehmens. Damit sei es einfacher, die Transaktion zu finanzieren, ergänzte eine der Quellen.

Dell war jahrelang der größte PC-Hersteller der Welt. In den aktuellen Rankings von IDC und Gartner findet sich das Unternehmen nur noch auf Platz 3 hinter Hewlett-Packard und Lenovo. Die Dell-Aktie verlor allein im vergangenen Jahr rund ein Drittel ihres Werts, während Dell die Wandlung vom reinen PC-Hersteller zum Anbieter von Enterprise-Produkten wie Network und Storage vollzieht. Diesen Bereich stärkte das Unternehmen zuletzt vor allem durch Akquisitionen. Trotzdem hält Dell am PC-Markt fest.

Der Rückzug könnte nach Ansicht von Bloomberg Michael Dell dabei helfen, die Neuausrichtung des Unternehmens zu beschleunigen und mit der Konkurrenz Schritt zu halten, ohne sich den kritischen Fragen der Aktionäre stellen zu müssen. “Die Aktie hat zuletzt nicht viel geleistet und er steht unter Druck, die Zahlen zu verbessern”, zitiert Bloomberg Abhey Lamba, Anaylst bei Mizuho Securities. “Er will die Bedeutung von zwei Dritteln seines Geschäfts abschwächen. Es ist schwierig, diese Strategie durchzusetzen, weil sie insgesamt einen Umsatzrückgang bedeutet.”

Der Bloomberg-Bericht beflügelte gestern den Kurs der Dell-Aktie. Zwischenzeitlich musste sogar der Handel des Papiers ausgesetzt werden. Zum Börsenschluss kostete eine Dell-Aktie 12,29 Dollar, was einem Plus von 12,96 Prozent oder 1,41 Dollar entspricht. Im nachbörslichen Handel legte sie erneut um 3,58 Prozent auf 12,73 Dollar zu.

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[mit Material von Shara Tibken, News.com]

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