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Erneut bricht der Kurs der Apple-Aktie ein, und das obwohl die Einnahmen um 17 Prozent auf 54,5 Milliarden Dollar gestiegen sind. So sehen die Anleger in einem Gewinn von 13,08 Milliarden Dollar offenbar ein Zeichen, dass die Zeit der großen Fantasie für die Apple-Aktie möglicherweise vorbei ist.

 

Apple Bilanz für das erste Quartal 2013

Apple Bilanz für das erste Quartal 2013

Apple, das derzeit wertvollste Unternehmen der Welt, hatte gestern nach Börsenschluss die Zahlen bekannt gegeben. Und im nachbörslichen Handel bricht der Kurs der Apple-Aktie um fast 10 Prozent auf 463 Dollar ein. Daran kann auch die Rekord-Bilanz für das erste Fiskalquartal 2013 nichts ändern.

Denn auch die neuen Rekorde bei Umsatz und Gewinn können die Erwartungen von Analysten nicht erfüllen. Anleger reagierten und im nachbörslichen Handel bricht der Kurs der Aktie um 9,83 Prozent ein und sinkt auf 463,49 Dollar. Noch vor wenigen Monaten – im September 2012 – kostete eine Apple Aktie 705 Dollar.

Insgesamt steigerte Apple den Umsatz zwischen September und Dezember 2012 um 17 Prozent auf 54,5 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn nach GAAP erhöhte sich um lediglich 10 Millionen Dollar auf 13,08 Milliarden Dollar. Der Gewinn pro Aktie schrumpfte auf 13,81 Dollar. Im Vorjahres-Quartal hatte Apple noch 13,87 Dollar pro Anteilschein verdient. Allerdings war dieses Quartal auch etwas länger als das aktuell zu Ende gegangene. Doch auch dieses Argument scheint die Anleger nicht zu beruhigen. Analysten hatten einen Überschuss von 13,43 Dollar je Anteilsschein bei Einnahmen von 54,7 Milliarden Dollar vorausgesagt.

 

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Gerade aus diesem Wert scheinen die Börsen-Auguren herauslesen zu wollen, dass die Zeit der Traum-Margen und die Sonder-Stellung von Apple am Markt langsam aber sicher zu bröckeln beginnt. So hat auch der derzeit wichtigste Apple-Konkurrent Samsung das Unternehmen aus Cupertino als größter Abnehmer von Halbleitern überholt. Auch macht Apple die günstigere Android-Konkurrenz immer mehr zu schaffen. Apple, so die Prognose der Analysten, wird auch günstigere, oder vermehrt ältere Modelle an den Mann bringen müssen, um langfristig am Markt bestehen zu können und das drückt natürlich die Marge.

Insgesamt verkauft Apple 47,8 Millionen iPhones (plus 29 Prozent) und 22,9 Millionen iPads (plus 48 Prozent). Diese beiden Posten bestreiten rund zwei Drittel des gesamten Umsatzes des Unternehmens. Die Mac-Verkäufe gingen jedoch um 21 Prozent auf 4,1 Millionen Stück zurück. Außerdem lieferte Apple 12,7 Millionen iPods aus, 17 Prozent weniger als vor einem Jahr. So kann sich auch Apple nicht dem Trend entziehen, dass immer weniger PCs verkauft werden. Zudem leiden die Mac-Absätze vermutlich unter den blendenden Absatzzahlen des iPad und der iPod-Absatz geht selbstredend unter dem Erfolg des iPhone zurück.

In den USA erwirtschaftete Apple 20,3 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von 15 Prozent entspricht. Europa steuerte 12,4 Milliarden Dollar bei (plus 11 Prozent), Japan 4,4 Milliarden Dollar (plus 25 Prozent) und der asiatisch-pazifische Raum 3,9 Milliarden Dollar (plus 10 Prozent). Das größte Wachstum erzielte Apple jedoch in China. Die Einnahmen in der Volksrepublik legten um 67 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar zu.

Bei einer Telefonkonferenz mit Analysten erklärte Apple-CFO Peter Oppenheimer, die Eroberung des chinesischen Markts sei für Apples Geschäft von großer Bedeutung. Die iPhone-Verkäufe hätten sich im abgelaufenen Quartal in dem Land verdoppelt. Zudem habe Apple elf neue Ladengeschäfte in China eröffnet. Im Durchschnitt habe jeder Store 16,3 Millionen Dollar Umsatz generiert.

Oppenheimer betonte auch die Fortschritte seines Unternehmens im Enterprise-Bereich. In den USA gäben immer mehr Firmen und auch Behörden iPhones an ihre Mitarbeiter aus, allen voran die Raumfahrtagentur NASA. Die Regierungen der Niederlande und Schwedens hätten insgesamt 10.000 iPads angeschafft. Mit 8000 Tablets sei Barclays Apples bisher größter professioneller iPad-Kunde.

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Im laufenden zweiten Quartal rechnet Apple mit einem Gewinn zwischen 41 und 43 Milliarden Dollar sowie einer Bruttomarge zwischen 28,5 und 37,5 Prozent. Die operativen Kosten sollen 3,8 bis 3,9 Milliarden Dollar betragen. Im zweiten Fiskalquartal 2012 hatte Apple 39,2 Milliarden Dollar umgesetzt und bei einer Bruttomarge von 47,4 Prozent einen Profit von 11,6 Milliarden Dollar erzielt.

Schon in der vergangenen Woche setzten Berichte über eine stark abgeschwächte Nachfrage nach dem iPhone 5 den Kurs der Apple-Akite unter Druck. Kurzzeitig unterschritt der Preis die Marke von 500 Dollar. Einige Analysten reagierten skeptisch auf die Berichte. “Wir denken, da wird zu viel Lärm gemacht, und halten die Kursreaktionen für übertrieben”, erklärte Mark Moskowitz von JP Morgan. Wie die Wall Street im Lauf des heutigen Tags auf Apples Zahlen reagieren wird, bleibt abzuwarten.

Über Pläne für neue Produkte, wie etwa einem Fernseher oder einem neuen, größeren iPhone teilte Apple-CEO Tim Cook übrigens wenig Neues mit.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.com]

 

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Martin Schindler
Autor: Martin Schindler
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