Marissa-Mayer-Effekt: Yahoo mit erstem Umsatzplus seit Jahren

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Internetpionier Yahoo hat im Abschlussquartal 2012 erstmals seit vier Jahren wieder ein Umsatzwachstum erzielt. Gewinn- und Umsatzzahlen übertrafen die Erwartungen der Börse und wurden von Analysten als Zeichen dafür gedeutet, dass nach langem Stillstand wieder Bewegung in Yahoo kommt.

Marissa Mayer. Quelle: James Martin/News.com.

Der Umsatz im vierten Quartal auf GAAP-Basis stieg um 2 Prozent auf 1,35 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn betrug 272,27 Millionen Dollar. Er sank im Jahresvergleich aufgrund der mit Yahoos Rückzug aus Südkorea verbundenen Kosten um 8 Prozent, übertraf aber dennoch die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Sie hatten zudem einen deutlichen Umsatzrückgang erwartet. Die überraschenden Zahlen führten zu einem nachbörslichen Kursanstieg um bis zu 4 Prozent, der dann aber wieder auf 1 Prozent zurückging.

Mit Display-Werbung erzielte Yahoo einen Umsatz von 591 Millionen Dollar (GAAP) und damit 3 Prozent weniger als im vierten Quartal 2011. Die Schwäche in der Display-Werbung, die rund 40 Prozent zu den gesamten Umsätzen beiträgt, überraschte einige Analysten und führte zu kritischen Anmerkungen. Beim Umsatz mit Suchwerbung konnte die Internetfirma hingegen um 4 Prozent auf 482 Millionen Dollar zulegen.

“Im Jahr 2012 hat Yahoo zum ersten Mal in vier Jahren einen Umsatzzuwachs erzielt, der im Jahresvergleich 2 Prozent betrug”, heißt es in einer Erklärung Marissa Mayers zu den Quartalsergebnissen. “Während des Quartals kamen wir mit der Erweiterung unseres Managementteams voran und gingen entscheidende Partnerschaften ein, unter anderem mit NBC Sports und CBS Television. Wir konnten für grandiose mobile Erfahrungen mit Yahoo Mail und Flickr sorgen. Gleichzeitig fand eine gewaltige interne Umgestaltung statt, was Unternehmenskultur, Engagement und Management betrifft.”

Während einer Telefonkonferenz beschrieb die Yahoo-Chefin eine erheblich verbesserte Moral in der Internetfirma sowie einen “weltweit deutlich geringeren Abgang von Yahoo-Mitarbeitern”. Sie wies auf kürzliche Produkteinführungen insbesondere im Mobilbereich hin. Die mobile Flickr-App hob sie besonders hervor – sie hätte zu einer 25-prozentigen Zunahme der Fotos geführt, die täglich von den Nutzern hochgeladen, betrachtet und geteilt werden. “Das war ein großer Gewinn für Yahoo und unsere engagierten Nutzer”, sagte sie.

Seit Marissa Mayer im Juli 2012 als Yahoo-CEO übernahm, stieg der Aktienkurs des Unternehmens um rund 30 Prozent. Sie hat die Anleger offenbar nicht nur durch ihre Erfahrungen als frühere führende Google-Managerin, sondern auch durch ihre Konzepte für den Yahoo-Umbau überzeugt. Sie wollte von Anfang an Produkte in den Mittelpunkt stellen und setzt auf eine Mobilstrategie. Einen schnellen Turnaround erwartet aber auch sie nicht, sondern einen “mehrjährigen Marsch zu mehr Wachstum”.

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[mit Material von Charles Cooper, News.com]

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