Hedgefonds verklagt Apple wegen Barreserven

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Apple hat gut verdient in den vergangenen Jahren und hat jetzt ein beachtliches Finanzpolster von 137 Milliarden Dollar in der Kriegskasse. Zu viel wie der Manager eines Hedgefonds befindet. Jetzt klagt er gegen Apple.

David Einhorn fordert jetzt die Ausgabe ertragsstarker Vorzugsaktien an die gegenwärtigen Anteilseigner. Apple lehnt diesen Schritt nicht ausdrücklich ab, versucht das aber durch eine Änderung der Satzung zu erschweren.

David Einhorn hält über mit dem Hedgefonds Greenlight Capital 1,3 Millionen Apple-Aktien im Wert von fast 600 Millionen Dollar. Er fordert schon länger die Ausgabe von Vorzugsaktien an die gegenwärtigen Aktionäre, um sie stärker an den hohen Barreserven und Gewinnen Apples zu beteiligen.

Da Apple darauf nicht einging und zudem die Ausgabe von Vorzugsaktien durch eine Satzungsänderung erschweren möchte, reichte er eine Klage bei einem Bundesgericht in Manhattan ein. Mit ihr will er eine von Apple vorgeschlagene Satzungsänderung verhindern, die vorsieht, dass der Aufsichtsrat ohne ausdrückliche Zustimmung der Aktionärsversammlung keine Vorzugsaktien ausgeben kann. Einhorn argumentiert, damit schränke sich das Unternehmen selbst in völlig unüblicher Weise ein.

“Apples Management und Aufsichtsrat haben Diskussionen darüber geführt, wie sie den Aktionären zusätzliche Mittel zukommen lassen können”, erklärte das Unternehmen. “Im Rahmen unserer Überprüfung werden wir den gegenwärtigen Vorschlag von Green Capital gründlich prüfen, eine Form von Vorzugsaktien auszugeben. Wir freuen uns über die Vorschläge von Greenlight und die Vorschläge aller Aktionäre.” Die umstrittene Satzungsänderung will Apple dennoch bei der bevorstehenden Aktionärsversammlung beschließen lassen.

Der iPhone-Hersteller ist nach seiner eigenen Erklärung “in der glücklichen Lage, weiterhin hohe Barmittel zu erwirtschaften”. Er nannte dazu einen Cashflow von 23 Milliarden Dollar allein aus den geschäftlichen Aktivitäten des letzten Quartals. Dadurch erreichten seine Barreserven allerdings eine Höhe, die auch laut CEO Tim Cook nicht benötigt werden, “um unser tägliches Geschäft am Laufen zu halten”. Apples Quartalsbericht im Oktober 2012 wies Barmittel in Höhe von 121,4 Milliarden Dollar aus. Inzwischen stiegen sie auf fast 140 Milliarden Dollar an.

Apple hatte daher im letzten Jahr ein Dividendenprogramm angekündigt, das über drei Jahre hinweg eine Quartalsdividende von 2,65 Dollar vorsieht. Damit will Apple insgesamt 45 Milliarden Dollar an seine Anteilseigener ausschütten. Zusätzlich genehmigte der Aufsichtsrat ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 10 Milliarden Dollar.

Investor David Einhorn hält das nicht für ausreichend. “Apple hat je Aktie 145 Dollar Cash in seiner Bilanz stehen”, schrieb er in einem Brief an Apples Aktionäre. “Dieses Geld gehört Ihnen als Anteilseigner.” Trotz der kürzlich eingeführten Dividende und dem Aktienrückkaufsprogramm könne der Aufsichtsrat weit mehr die Anteilseigner tun.

“Apple ist ein phänomenales Unternehmen … aber Apple hat ein Problem”, sagte der Hedgefonds-Manager in einem Interview mit dem Sender CNBC. “Es hat so etwas wie eine depressive Mentalität. Mit anderen Worten, wenn Menschen traumatische Erfahrungen gemacht haben – und Apple hat in seiner Geschichte viele Traumata erfahren -, dann haben sie manchmal das Gefühl, nie genug Erspartes haben zu können.”

Einhorn erklärte, er verstehe Apples Bedürfnis, eine hohe Barreserve zur Absicherung seiner Strategie und für Akquisitionen zu halten. Mit der Ausgabe ertragsstarker Vorzugsaktien könne es seine gegenwärtigen Anteilseigner aber besser an den in der Bilanz ausgewiesenen Werten beteiligen und zugleich eine hohe Barreserve bewahren.

[mit Material von Josh Lowensohn, News.com]