SAP-Gründer Hasso Plattner spendet rund 2,7 Milliarden Euro

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Es ist vermutlich die teuerste Club-Mitgliedschaft, die man auf dieser Erde haben kann. Jetzt tritt zum ersten Mal ein Deutscher in den Ring der Charity-Superstars und er tut das noch nicht einmal freiwillig. Hasso Plattner spendet kräftig. Aber offenbar nicht sein halbes Vermögen, wie der Verein The Giving Pledge von Bill und Melinda Gates und Warren Buffet der Öffentlichkeit glauben machen wollen. .

Hasso Plattner auf der SAPPHIRE in Orlando 2012.  Quelle: SAP
Hasso Plattner auf der SAPPHIRE in Orlando 2012. Jetzt spendet Plattner die hälfte seines Vermögens. Quelle: SAP

Mit dem Beitritt in den Verein erlegt sich der SAP-Mitgründer Hasso Plattner die Selbstverpflichtung auf, rund die Hälfte seines auf 5,4 Milliarden Euro geschätzten Vermögens einem wohltätigen Zweck seiner Wahl zur Verfügung zu stellen.

Damit erfüllt Plattner die Voraussetzungen der Spendeninitiative ‘The Giving Pledge’, die die Spende des ERP-Poiniers am Dienstag bekannt gab.

Damit zählt Plattner zu den etwa 100 Milliardären, die die ebenfalls äußerst gut situierten Bill Gates und Warren Buffet davon überzeugen konnten, die Hälfte ihres Vermögens zu Lebzeiten oder im Todesfall zu spenden.

Für welche Zwecke diese Mittel eingesetzt werden, bleibt den Spendern überlassen. Einen bindenden Vertrag gehen die Mitglieder dieses exklusiven Klubs allerdings nicht ein.

Gates und Buffet sehen jedoch ein starkes moralisches Versprechen. Schon länger versucht Gates auch deutsche Superreiche von seiner Idee zu begeistern. Mit Plattner hatte er nun zum ersten Mal Erfolg. Nur wusste der offenbar nichts von seinem Beitritt: Plattner hat den Beitritt allerdings dementiert. Dem Tagesspiegel sagte er:

“Ich fühle mich von Bill Gates hintergangen und ausgenutzt.” Gates suche offenbar ein Zugpferd für seine Spendenkampagne.

Tatsache ist jedoch, dass Plattner häufig tief in seine Tasche greift, um seine Stiftung und das nach ihm benannte HPI zu fördern.

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Plattner erklärt in einem Schreiben warum er spendet und er deutet auch das Ziel seiner Spende an:

“Vor mehr als 20 Jahren habe ich eine Stiftung gegründet, die sich auf Bildung und weltweite Gesundheitsprobleme fokussiert. Es ist sehr zufriedenstellend, welchen Einfluss gut investiertes Geld haben kann. Ich genoss das große Privileg, an einer der besten deutschen technischen Universitäten studieren zu dürfen, der Universität Karlsruhe und die Ausbildung war praktisch kostenlos. Das wurde ohne Zweifel die Grundlage meines Erfolges.

Auf der einen Seite sehe ich mich verpflichtet, das Unternehmen zu unterstützten, das ich einst gegründet hatte und auf der anderen Seite, möchte ich der Gesellschaft, die meine Ausbildung ermöglichte, etwas zurückgeben. Die Stiftung ist ein Weg, beides zu tun.”

SAP erwirtschaftet derzeit einen Jahresumsatz von 16,22 Millarden Euro und ist mit über 230.000 Anwenderunternehmen unumstritten die Nummer eins im Markt für Unternehmenssoftware. Neben Plattner traten auch elf weitere Milliardäre dem Klub bei. Darunter der Unternehmer Richard Branson oder der Russe Wladimir Potanin.

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