CIOs im Mittelstand brauchen neue Job- und Anforderungsprofile

Management

Die Themen und Herausforderungen für IT-Organisationen und deren CIOs in mittelständischen Organisationen scheinen oftmals unbändig: Cloud Computing, Social Business, Big Data sowie Business Analytics, neue Arbeitsplatzkonzepte und Organisationsformen stellen etablierte und jahrelang bewährte IT-Abteilungen vor enorme Herausforderungen.

Nicht nur, dass bedingt durch einen noch immer anhaltenden Fachkräftemangel eine nicht ausreichende Anzahl an Experten verfügbar ist, es sind auch oftmals die falschen. Ferner ändern sich auch die Anforderungen an das Stammpersonal. So werden das Jobprofil und die Anforderungen an einen IT-Administrator oder Leiter Infrastruktur in drei Jahren sicherlich anders aussehen, als diese vor fünf Jahren noch waren. Für IT-Verantwortliche in mittelständischen Unternehmen kommt oftmals noch hinzu, dass die finanziellen Mittel und Ressourcen für eine Neuausrichtung der IT-Abteilung limitiert sind. Wird betrachtet, dass sowohl der Wandel in der eigenen IT-Organisation getrieben werden muss und gleichzeitig Change-Management-Projekte des Unternehmens unterstützt sein wollen, gilt es Change-Roadmaps zu entwickeln und umzusetzen.

Change Management: Chancen und Herausforderung für die IT-Abteilung 

Eine der größten Herausforderungen liegt darin, Unternehmen so zu führen, dass langfristige Ziele nicht zu Gunsten temporärer Interessen geopfert werden. Unter dem Druck, kurzfristige Gewinne und Ergebnisse präsentieren zu müssen, lassen sich jedoch viele Manager dazu hinreißen, Gewinne zu maximieren, indem sie Ausgaben zusammenstreichen. Dieses Verhalten führt mittel- bis langfristig zwangsläufig zu Wettbewerbsnachteilen für das Unternehmen. Fehlende Investitionen in Infrastrukturen, Prozesse und Mitarbeiter münden in verkrustete Strukturen, Unzufriedenheit und Nachteilen gegenüber dem Wettbewerb. Dabei war der Wandel noch nie so rasant, die Welt so unüberschaubar und Trends und Produktlebenszyklen so kurz wie aktuell.

Es gilt deshalb, frühzeitig die langfristig richtigen Weichen für das Unternehmen zu stellen und, im Vergleich mit einer als unzureichend oder zunehmend problematisch empfundenen Ist-Situation, zu handeln. Viele Unternehmen setzen dabei auf das Thema Change Management und wollen durch definierte Transformationsprozesse den organisatorischen Wandel gestalten. Dabei klammern sich an das Thema Change Management viele Hoffnungen: Bereits gescheiterte Projekte sollen doch noch zum Erfolg geführt werden und neue Organisationsformen das Unternehmen nach vorne bringen. Insbesondere im Wandel der Arbeitsprozesse und Organisation, wie teamorientierte Arbeitsformen oder Selbstmanagement der Mitarbeiter, sehen Unternehmensführung und Organisationsabteilungen große Chancen für die Weiterentwicklung ihrer Unternehmen.

Dabei muss allerdings auch klar sein, dass eine solche Transformation nur durch moderne IT-Infrastrukturen ermöglicht wird. IT-Abteilungen können ihre Rolle als Business-, Prozess- und Lösungspartner für die Fachabteilungen und das gesamte Unternehmen in diesen Change-Prozessen nachhaltig unter Beweis stellen. Hierbei klassifizieren drei Blickwinkel die Rolle der IT im Allgemeinen und die IT-Projekte im Besonderen in Bezug auf Change Management:

  • Die Breite des Wandels: Wie viele Abteilungen bzw. Mitarbeiter sind von dem IT-Projekt betroffen?
  • Die Tiefe des Wandels: Wie groß ist der Unterschied von der jetzigen zur künftigen Arbeitsweise?
  • Die Geschwindigkeit des Wandels: Wie schnell soll die Veränderung von statten gehen?

Je fachlich komplexer ein Projekt wird, umso tiefer und breiter ist die Veränderung und umso mehr Aufwand muss für die Veränderung in der Organisation betrieben werden. Aufgabe der IT-Abteilung ist es, die Innovationen und Änderungen aus der Arbeitsperspektive und auf Basis der Anforderungen der Mitarbeiter abzubilden. Hierzu müssen sich auch die IT-Verantwortlichen von Bewährtem abwenden und sukzessive die IT-technischen Rahmenparameter bereitstellen.

Aktuelle Analysen der Experton Group zeigen, dass die individuellen Prozesse zur Adoption von technologischen Lösungen tendenziell lange andauern. So werden beispielsweise Office-Systeme in 60 Prozent der Unternehmen mit mehr als 100 PC-Arbeitsplätzen fünf Jahre und länger eingesetzt. 10 Prozent der Unternehmen setzen diese Lösungen sogar länger als sechs Jahre ein, wodurch in der Regel ein bis zwei Produktgenerationen übersprungen werden. Es drückt aber auch aus, dass große Effizienzsteigerungspotenziale und Chancen einer Neugestaltung von Arbeitsprozessen nicht genutzt werden.

Denn gerade moderne UCC- und integrierte Office-Lösungen werden den Anforderungen hinsichtlich Teamarbeit und selbstbestimmtem Arbeiten gerecht und ermöglichen eine flexible Gestaltung der Arbeitsprozesse auf Ebene der unterschiedlichen Arbeitsaufgaben der Mitarbeiter. Die sich abzeichnenden und realen Veränderungen der Arbeitsplatz- und Arbeitsformorganisation bieten CIOs und IT-Leitern zahlreiche Chancen und Herausforderung bei der eigenen (internen) Positionierung. Die Herausforderungen für die IT-Abteilungen liegen in

  • einer schnellen IT-technischen Umsetzung der Anforderungen, die die Unternehmensleitung stellt,
  • der Auswahl bedarfsgerechter Produkte und Lösungen und
  • einer ständigen Anpassungen der IT-Infrastruktur an die wechselnden Bedarfe der Anwender.

Die Chancen der IT-Abteilungen liegen in

  • der Positionierung als Wissenspartner gegenüber der Geschäftsleitung und den Fachabteilungen,
  • einer aktiven Gestaltung der Change-Prozesse durch die Einführung neuer IT-Infrastrukturen und
  • der Erweiterung des Leistungsportfolios von der technischen Ausrichtung hin zu einer gezielten Unterstützung der Geschäftsprozesse.

IT-Verantwortlichen wird empfohlen, sich proaktiv mit den anstehenden Veränderungen zu beschäftigen. Es gilt, frühzeitig die Weichen für flexible und dynamische Arbeitsumgebungen zu stellen. Hierzu gehört auch, prophylaktisch unterschiedliche Szenarien für das eigene Unternehmen zu entwickeln und die Arbeitsweisen der Mitarbeiter zu analysieren. IT-Abteilungen müssen darüber hinaus auch die eigene Organisation entwickeln.

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