Z10 bringt BlackBerry in die Gewinnzone

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Der Plan von Thorsten Heins scheint aufgegangen zu sein. Das BlackBerry z10 reißt mit neuer Hardware und einem völlig neuem Betriebssystem das Ruder herum. Dank des massiven Sparprogramms kann BlackBerry im aktuellen Quartal sogar schwarze Zahlen melden.

Für das vierte Quartal 2013 kann BlackBerry einen Gewinn von 98 Millionen Dollar oder 19 Cent je Aktie ausweisen (PDF) . Analysten hatten mit einem Verlust von 29 Cent je Aktie gerechnet. Dennoch verliert in diesen drei Monaten der Anbieter drei Millionen Abonnenten.

Im Vorjahr hatte noch ein Verlust von 125 Millionen Dollar oder 0,24 Dollar je Aktie zu Buche gestanden.

Ohne Sondereffekte wie den Kosten für sein Sparprogramm meldete Blackberry einen Aktiengewinn von 0,22 Dollar je Aktie. Der Umsatz ging im Jahresvergleich allerdings um 36 Prozent auf 2,68 Milliarden Dollar zurück.

Dennoch lässt sich ein Aufwärtstrend erkennen, vor allem angesichts von einer Million verkaufter Blackberry Z10 im Schlussquartal. Die Summe schließt nur Geräte aus wenigen Märkten ein, in denen das Smartphone bereits erhältlich ist. Die USA, in denen der Verkauf vergangenen Freitag startete, sind beispielsweise nicht berücksichtigt. Allerdings soll der USA-Marktstart eher verhalten angeklungen sein. Insgesamt hat der Hersteller nach eigenen Angaben 6 Millionen Smartphones und 370.000 PlayBook-Tablets abgesetzt. Das PlayBook drückt BlackBerry vor allem mit hohen Rabatten in den Markt.

Das Augenmerk der Analysten liegt aber vor allem darauf, wie gut Blackberrys neues Smartphone-Flaggschiff Z10 aus den Startlöchern kommt. Die jetzt veröffentlichten Zahlen sind ein erster Indikator dafür, wie Kunden das Gerät annehmen. Laut Blackberry-CEO Thorsten Heins wird sich aber erst nach zwei Quartalen zuverlässig sagen lassen, ob das Z10 ein Erfolg ist oder nicht.

Nach dem relativ unbeachteten US-Start des Z10 stuften mehrere Analysten die Aktie des Unternehmens herab, was umgehend zu Kursverlusten führte. Das jetzt gemeldete Ergebnis hat die Erwartungen der Wall Street jedoch übertroffen. Die von Thomson Reuters befragten Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von 0,29 Dollar je Aktie und einem Umsatz von 2,85 Milliarden Dollar gerechnet. Zum Nachmittag legte die Blackberry-Aktie daher zwischenzeitlich um rund fünf Prozent auf über 15 Dollar zu.

RBC-Capital-Analyst Mark Sue begründete die große Diskrepanz zwischen Blackberrys tatsächlichem Profit und der negativen Prognose der Wall Street mit einer überraschend hohen Bruttomarge von 40 Prozent. Mit dem Z10 verdiene das Unternehmen pro verkaufter Einheit deutlich mehr als bei älteren Modellen.

Ein Problem für Blackberry ist aber die schrumpfende Nutzerbasis. Allein im vierten Quartal ist die Zahl der Abonnenten um 3 Millionen auf 76 Millionen gesunken. Der Rückgang macht deutlich, vor welch großen Herausforderungen das Unternehmen noch steht, das mit der Loyalität seiner Kunden wirbt.

Blackberry hofft, seine Nutzerbasis mit dem neu entwickelten Z10 ansprechen zu können, das die nächste Generation seines Betriebssystems nutzt. Blackberry 10 repräsentiert einen Neustart für den kanadischen Hersteller, mit dem er den Umschwung schaffen will.

Das Touchscreen-Gerät Z10 ist nicht die einzige Neuentwicklung. In zwei bis drei Monaten soll mit dem Q10 auch ein neues Smartphone mit Volltastatur und Blackberry 10 auf den Markt kommen. Mit dem Start eines Mittelklasse-Modells ist ebenfalls noch dieses Jahr zu rechnen. CEO Thorsten Heins kündigte zudem für das Weihnachstgeschäft ein weiteres High-End-Gerät an, das aber eventuell auch erst 2014 erscheinen wird.

Für das erste Quartal 2014 strebt Blackberry den Break Even an. Die Werbeausgaben will es um 50 Prozent erhöhen, ein Großteil der Summe fließt voraussichtlich in eine Werbekampagne in den USA.

Das Unternehmen teilte auch mit, dass der Mitgründer und stellvertretende Vorstandsvorsitzende Mike Lazaridis sich zum 1. Mai auch aus dem Aufsichtsrat zurückziehen werde. Der 52-Jährige will einen Investmendfonds namens Quantum Valley Investments gründen.

[mit Material von Roger Cheng, News.com]

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