Rechenzentren retten Intels Quartalszahlen

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Der Gewinn von Intel brach im Vergleich mit dem Vorjahresquartal um ein Viertel ein. In der Sparte für Server-Prozessoren konnte der Chip-Gigant jedoch zulegen.

Intel hat nach Börsenschluss die Bilanz für das erste Quartal 2013 vorgelegt. Demnach sank der GAAP-Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 25 Prozent auf 2 Milliarden Dollar. Der Umsatz ging um 2,5 Prozent auf 12,58 Milliarden Dollar zurück. Beide Zahlen ensprachen weitgehend den Erwartungen der Analysten und die Aktie konnte im nachbörslichen Handel sogar etwas zulegen.

Wie auch der PC-Markt steht auch Intel hier unter Druck. So kämpft die PC-Sparte zwischen Januar und März 8 Milliarden Dollar um. Damit geht der Umsatz in diesem Bereich um 6 Prozent zurück. Die Data Center Group erwirtschaftete 2,6 Milliarden Dollar. Das bedeutet im Vergleich zum Vorquartal einen Rückgang von 6,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresquartal allerdings konnte Intel hier das Ergebnis um 7,5 Prozent verbessern. Die Bruttomarge schrumpfte um acht Prozentpunkte auf 56 Prozent.

Viele Investoren hatten aufgrund der schlechten Zahlen für den PC-Markt einen noch größeren Umsatz- und Gewinneinbruch bei Intel befürchtet. Und auch bei Intel ist man offenbar froh, noch vergleichsweise gut abgeschnitten zu haben.

“Auch angesichts des schwachen Marktes hat Intel im ersten Quartal gut abgeschnitten und ich freue mich sehr auf das was noch vor uns liegt“, so der scheidende Paul Otellini, Intel President und CEO zu den Zahlen. Für die nächsten Wochen und Monate gibt er sich zuversichtlich: “Wir liefern gerade unsere nächste PC Mikroprozessorgeneration aus, haben eine neue Produktfamilie für Micro-Server vorgestellt und werden unsere neuen Mikroprozessoren für Tablets und Smartphones dieses Quartal ausliefern.”

Zusammen mit Kunden werde Intel ” innovative  Produkte über unterschiedliche Betriebssysteme hinweg” vorstellen. Zudem wolle Intel noch in diesem Jahr den Wechsel auf die 14-Nanometer-Fertigungstechnolgie vollziehen.

Und tatsächlich sind die Intel-Ergebnisse nicht so schlecht, wie die Zahlen, die IDC vom PC-Markt meldet, vermuten lassen. Das Analystenhaus hatte erst vergangene Woche den größten Rückgang des PC-Markts seit 1994. Laut Gartner sanken die Verkäufe zwischen Januar und März erstmals seit dem zweiten Quartal 2009 wieder unter die Marke von 80 Millionen Stück.

“Ich bin ein wenig überrascht, dass sie im Vergleich zu den PC-Zahlen ein so starkes Ergebnis erzielt haben”, sagte Bernstein-Analystin Stacy Ragson. “Ihre Zahlen sehen nicht so aus, als würde irgendetwas kollabieren, und sie sind optimistisch wegen ihrer neuen Produkte.” Das zweite Halbjahr könne jedoch schwer werden für Intel, falls sich der Markt nicht wie erwartet erhole.

Chief Financial Officer Stacy Smith sagte für das zweite Quartal Einnahmen zwischen 12,4 und 13,4 Milliarden Dollar voraus. Ihre Prognose liegt leicht über dem üblichen saisonalen Wachstum. Sie geht davon aus, dass Intels Kunden mit dem Start der nächsten Prozessorgeneration mit dem Codenamen Haswell ihre Lagerbestände wieder auffüllen werden.

Von Thomson Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt mit Einnahmen von 12,85 Milliarden Dollar. Sollte diese Schätzung zutreffen, würde Intel im zweiten Quartal 2013 zehn Prozent weniger umsetzen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damals betrug der Umsatz 14,3 Milliarden Dollar.

Das Geschäftsjahr 2013 will Intel weiterhin mit einem Umsatzplus im unteren einstelligen Prozentbereich abschließen. Die Wall Street erwartet hingegen eine Steigerung von weniger als einem Prozent.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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