Conficker-Infektion: Ministerium verschrottet 170 Computer

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Im Kampf gegen Malware hat das Bildungsministerium in Mecklenburg-Vorpommern zu einer ebenso drastischen wie teuren Maßnahme gegriffen. Die Behörde warf 170 teilweise neue PCs kurzerhand auf den Müll, weil diese mit dem Schädling Conficker befallen waren.

Weil diese gründliche aber unökonomische Methode zu Lasten der Steuerzahler ging, meldete sich jetzt der Landesrechnungshof Mecklenburg-Vorpommern zu Wort. Dessen Aufgabe ist es zu überwachen, dass die vorhandenen Geldmittel sparsam eingesetzt werden.

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Anstatt 170 Computer auf den Müll zu werfen – um anschließend für teures Geld neue anzuschaffen – wäre es deutlich günstiger gewesen, die betroffenen Rechner mit Hilfe einer Antivirensoftware zu reparieren. Stattdessen entschied sich das Bildungsministerium aus Schwerin, offenbar in einer Mischung aus Panik und Unwissenheit, für die Luxus-Lösung. Entsorgung der alten und Anschaffung der neuen Rechner kostete laut Ostseezeitung insgesamt 187.300 Euro.

Dem Blatt zufolge landeten die Rechner bereits im Jahr 2010 auf dem Müll. Der Landesrechnungshof kritisierte in dem jetzt erschienenen Jahresbericht, dass das Ministerium “keine ernsthafte Überprüfung der Alternative zum Neukauf” vorgenommen und auch kein IT-Sicherheitskonzept gehabt habe. Am Ende war die Behörde aber offenbar auch mit dem Neukauf überfordert: Die letzten neuen PCs wurden laut Rechnungshof erst Mitte 2011 in Betrieb genommen. Grund: “Zusätzlich notwendige infrastrukturelle Maßnahmen, die dem Ministerium vorher nicht bekannt waren.”

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