Google und Adobe wollen schönere Linux- und iOS-Schriften

EnterpriseOpen SourceSoftware

Adobe und Google übergeben das Adobe Compact Font Format (CFF) als Open Source. Damit soll das Rendering von Schriften auf Unix-Derivaten optimiert werden.

Typen mit und ohne Adobe CFF (Compact Font Format). Quelle: Adobe
Typen mit und ohne Adobe CFF (Compact Font Format). Quelle: Adobe

iPhone, sämtliche Android-Smartphones, das iPad, ein Linux-Rechner oder auch ein auf Unix basierender Super-Computer brauchen allesamt eine Bibliothek, um Schriften Rendern zu können. Heute greifen die verschiedenen Geräte und Plattformen meist auf die quelloffene Bibliothek FreeType zurück, um Schriften auszurendern. Über eine Milliarde Geräte arbeiten daher mit dieser Bibliothek.

Vor allem bei chinesischen Zeichen kann der neue Rastarizer von Adobe CFF seine Vorteile voll ausspielen. Quelle: ZDNet.com
Vor allem bei chinesischen Zeichen kann der neue Rastarizer von Adobe CFF seine Vorteile voll ausspielen. Quelle: ZDNet.com

Allerdings sorgten Patentansprüche von großen IT-Unternehmen dafür, dass das Rendering auf diesen Unix-Abkömmlingen häufig nicht so gut waren wie etwa auf Windows oder Mac OS. Jetzt allerdings übereigenen Google und Adobe den Rastarizer CFF an FreeType.

“TrueType setzt hauptsächlich auf Instruktionen, die in die Schriften eingebaut sind, hingegen Type 1 [PostScript] und CFF hingegen basieren mehr auf der Intelligenz im Rastarizer. Und das macht die Qualität des Rasterizers relativ wichtig”, erklärt Adobe-Programmmanager Nicole Minoza in einem Blog.

Der Vorteil von CFF gegenüber TrueType liegt darin, dass CFF nicht nur bessere Lesbarkeit garantiert, sondern auch kleinere Dateien benötigt. Derzeit herrscht jedoch TrueType vor. Vor allem im Bereich Mobile und Internet werden heute hauptsächlich TrueType-Schriften verwendet.

Doch der Umstieg auf das neue Rendering mit CFF kann nicht von heute auf morgen passieren. Zunächst müssen die genutzten Plattformen die neue Engine voll unterstützten. Derzeit ist die Adobe Engine in FreeType noch standardmäßig deaktiviert. Doch gilt allgemein, dass die Adobe-Engine deutlich besser ist als der Vorgänger. Dennoch ist das Adobe-Tool noch in einer Art ausgereiftem Beta-Stadium. FreeType ermuntert die Anwender, die neue Engine zu testen.

Auch von Google wird die neue Adobe-Engine befürwortet: “Die Text-Rasterung, die von der neuen Adobe CFF-Engine produziert wird, gibt das Design der Typen deutlich besser wieder”, so Stuart Gill und Brian Stell in einem gemeinsamen Blog. Besonders gut deutlich würden die Verbesserungen bei koreanischen, japanischen oder chinesischen Zeichen.

Mit Hilfe der neuen Adobe-Engine werden schon bald alle Anwender bei Schriften die gleiche Qualität bekommen wie man sie von Windows oder OS X gewohnt ist, erklärt Minoza.

[mit Material von Chris Duckett, ZDNet.com]

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen