EU-Kommissarin verspricht einheitlichen Mobilfunkmarkt bis 2015

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EU-Kommissarin Neelie Kroes will noch in ihrer Amtszeit “einen Telekommunikationsmarkt ohne Grenzen und ohne Fragmentierung”. Ihre Vorschläge für den Mobilfunk-Binnenmarkt sollen schon im Juni auf den Tisch kommen.

“Ein Telekommunikationsmarkt ohne Grenzen und ohne Fragmentierung ist die wichtigste Priorität für mein verbleibendes Mandat”, sagte sie beim European Business Summit in Brüssel, einem Gipfeltreffen der europäischen Wirtschaft.

Die 71-jährige niederländische Politikerin hat noch eine knapp zweijährige Amtszeit als EU-Kommissarin für die Digitale Agenda vor sich. Sie erklärte, nicht in den Ruhestand treten zu wollen, bevor “alle Barrieren zum Binnenmarkt eingerissen sind.” Sie kündigte baldige Vorschläge dafür an und forderte außerdem eine schnellere Spektrumszuteilung für Breitbanddienste der nächsten Generation.

Laut Financial Times werden die für den Oktober erwarteten Vorschläge auf den Juni vorgezogen. Ein Telekom-Binnenmarkt könnte den völligen Verzicht auf Roaminggebühren für Mobilfunkverbindungen zwischen Ländern der Europäischen Union bedeuten. Im Gespräch ist auch eine einheitliche europäische Telefonnummer sowie ein einziger europäischer Telekom-Regulierer anstelle der 27 einzelstaatlichen Behörden.

Kroes bezeichnete die Roaminggebühren als “kostspieliges Ärgernis” für die Unternehmen und warnte vor Schwierigkeiten, beim kommenden “Internet der Dinge” mitzuhalten. Sie erinnerte an die von den EU-Gremien bereits erlassenen Roaming-Regeln, die zu hohen Ersparnissen für Geschäftsreisende sowie Touristen geführt hätten. Die Vollendung des Telekom-Binnenmarktes könne 110 Milliarden Euro an weiteren Einsparungen bringen.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com]