EU senkt Roaming-Gebühren ab 1. Juli

E-GovernmentEnterpriseManagementMobileRegulierung

Das Telefonieren und mobile Surfen im europäischen Ausland wird günstiger. Ab dem 1. Juli treten die von der Europäischen Kommission gesenkten Preisgrenzen für das Roaming in Kraft.

Neelie Kroes hat sich mit der Forderung nach der Abschaffung der Roaminggebühren innerhalb der EU durchgesetzt. Quelle: EU.
Neelie Kroes. Quelle: EU.

Die Roamingverordnung der Europäischen Union etwa senkt die Preisobergrenze für das Herunterladen von Daten um 36 Prozent. Im Vergleich mit den Kosten aus dem Jahr 2007 wird das Daten-Roaming für die Verbraucher sogar um 91 Prozent günstiger.

Surfen im Internet oder Datendownloads darf dann ab kommendem Montag nur noch maximal 45 Cent pro MByte zuzüglich Mehrwertsteuer kosten. Die Abrechnung erfolgt im Kilobyte-Takt. Damit senkt die EU kontinuierlich die anfallenden Kosten für die Kommunikation innerhalb der EU. Mit dem 1. Juli 2012 hatte die Kommission eine Obergrenze von 70 Cent pro MByte eingeführt.

Die Kosten für abgehende und eingehende Anrufe betragen je Minute nun 24 Cent (minus 17 Prozent) beziehungsweise 7 Cent (minus 12,5 Prozent). Der maximale Preis für eine im EU-Ausland verschickte SMS liegt ab kommender Woche bei 8 Cent, was einer Preissenkung von 11 Prozent entspricht.

Darüber hinaus gelten auch neue Preisobergrenzen auf der Vorleistungsebene. Gegenseitig dürfen sich die Provider für den Datenversand nur noch 15 Cent pro MByte, für den Sprachverkehr nur noch 10 Cent pro Minute sowie 2 Cent für den Versand einer SMS berechnen.

“Die jüngsten Preissenkungen lassen den Urlaubern mehr Geld im Portemonnaie und sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur endgültigen Abschaffung dieser Preisaufschläge”, so Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, in einer Pressemeldung. “Dies ist gut für die Verbraucher und Unternehmen, da es die Furcht vor hohen Kosten ausräumt und das Marktwachstum anregt.”

Derzeit plant die EU-Kommission die Abschaffung der Mobilfunk-Roaming-Gebühren zum 1. Juli 2014. Wie das im Detail funktionieren soll, müssen die 27 Kommissare und ihre Mitarbeiter in den nächsten Wochen noch festlegen. So ist schließlich nicht jeder Netzbetreiber in jedem Land vertreten. Telefoniert ein Kunde aber im Ausland bei einem anderen Provider, muss der Betreiber des genutzten Netzes vergütet werden – auch dann, wenn der Endkunde eine Flatrate gebucht hat und sich die Gebühr nicht einfach prozentual aufteilen lässt.

Sollte Kroes, die auch für die Digitale Agenda zuständig ist, mit diesem Vorhaben doch noch scheitern, können sich Verbraucher auf alle Fälle auf eine weitere Preissenkung ab 1. Juli 2014 freuen. Datendienste sollen dann pro MByte nur noch 20 Cent kosten, abgehende und eingehende Anrufe pro Minute nur noch 19 beziehungsweise 5 Cent und der Versand einer SMS 6 Cent.

 

Aktuelle und geplante Preisobergrenzen auf der Endkundenebene (ohne MwSt.)

seit 1. Juli 2012 ab 1. Juli 2013 ab 1. Juli 2014
Daten (pro MByte) 70 Cent 45 Cent 20 Cent
Abgehende Anrufe (pro Minute) 29 Cent 24 Cent 19 Cent
Eingehende Anrufe (pro Minute) 8 Cent 7 Cent 5 Cent
SMS-Versand (pro SMS) 9 Cent 8 Cent 6 Cent

 

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.com]

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen