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SAP differenziert Strategie für Business ByDesign

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Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ist SAP Business by Design in den Unternehmen angekommen, so die Einschätzung der Walldorfer. Das liege an Verbesserungen des Produkts, aber vor allem daran, dass der Markt für Cloud-ERP jetzt erst richtig Fahrt aufnimmt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass SAP ByDesign jetzt nicht mehr vornehmlich als Lösung für den Mittelstand positioniert.

Ein geglückter Start sieht anders aus als die Markteinführung des Cloud-ERP-Produkts SAP Business ByDesign im Jahr 2007. Die Walldorfer geben das mittlerweile selbst zu: SAP habe festgestellt, dass Business ByDesign, “auf den Punkt gebracht, noch nicht schön und nicht schnell genug war”, sagt Rainer Zinow, Senior Vice President, Strategic Cloud Solution Management bei SAP. “Daraufhin haben wir die Benutzeroberfläche überarbeitet und HTML 4 durch Microsoft Silverlight ersetzt”, erläutert Zinow. Außerdem sei das SAP Business Information Warehouse den Bedürfnissen der Anwender bezüglich Geschwindigkeit im Ad-hoc Reporting nicht entgegengekommen und daher gegen die hauptspeicherbasierte Datenbank SAP HANA ausgetauscht worden.

 Rainer Zinow, Senior Vice President, Strategic Cloud Solution Management bei SAP
Rainer Zinow, Senior Vice President, Strategic Cloud Solution Management bei SAP. Quelle: SAP

Auch in puncto Marktstrategie für Business ByDesign hat SAP zwischenzeitlich Korrekturen vorgenommen, wie auch Frank Niemann, Analyst beim Beratungsunternehmen PAC, feststellt: “Gegenüber der früheren Positionierung richtet sich das Produkt nun nicht auf kleine Firmen.” Der Markt bestehe vielmehr aus drei Teilsegmenten, erläutert Zinow: “Das sind erstens eigenständige mittelständische Unternehmen, die sich wegen der hohen Anfangsinvestitionen ein ERP-System nicht leisten können und bewusst auf die Cloud setzen”, so Zinow. Zweitens gehörten die Tochtergesellschaften internationaler Großunternehmen dazu. “Und drittens setzen auch immer mehr große Unternehmen aus der Serviceindustrie SAP Business ByDesign ein”, stellt Zinow fest.

Zu den Unternehmen, die SAP als neue Kunden für Business ByDesign gewinnen konnte, gehören TUI und Lufthansa, die die ERP-Lösung aus der der Cloud in ihren Niederlassungen einsetzen. Das gilt ebenso für Hilti. Das Maschinenbauunternehmen arbeitet am Hauptsitz in Liechtenstein und in den acht Hilti-Werken mit der Business Suite. In den 50 Vertriebsniederlassungen kommt Schritt für Schritt ByDesign zum Einsatz. Im laufenden Jahr sind noch 15 Ländereinführungen geplant.

Dagegen hat sich das Beratungsunternehmen Roland Berger Strategy Consultants für Business ByDesign sowohl in der Zentrale in München als auch in den Tochterunternehmen entschieden. Roland Berger gehört zur Serviceindustrie, für die Zinow eines von zwei vorherrschenden Kaufmustern für Business ByDesign ausgemacht hat. Zum einen kauften erfolgreiche Beratungsunternehmen oder Ingenieurbüros die Serviceindustrie-spezifische Cloud Business Suite. “Zum anderen sind es Unternehmen aus allen möglichen Branchen, die einen robusten ERP-Kern von SAP benötigen, also die Anwendungen um Rechnungswesen, Vertriebssteuerung und Materialwirtschaft”, so Zinow.

Bei der Weiterentwicklung von Business ByDesign setzt SAP drei Schwerpunkte: Erstens sollen die Integrationsszenarien zur SAP Business Suite erweitert werden. Zweitens geht es um die Weiterentwicklung des Software Development Kit. Und drittens arbeitet SAP die Verbesserungsvorschläge ab, die Anwender auf der Website Ideas Place machen. Hier regen die Nutzer laut Zinow etwa eine Erweiterung der Outlook-Integration an oder sie möchten die Möglichkeit bekommen, firmenspezifische Farben zu hinterlegen.

Nicht nur beim Produkt, auch beim Kontakt mit den Kunden geht SAP auf die jeweiligen Bedürfnisse ein: “Den autonomen Mittelstand sprechen wir über unsere Vertriebspartner an. Großunternehmen und Tochtergesellschaften werden vom SAP-Vertrieb direkt betreut”, erläutert Zinow. Für die Vertriebspartner keine leichte Aufgabe: “Aus Sicht von PAC ist generell das Geschäftsmodell von Cloud-basierenden Lösungen vielfach noch nicht attraktiv genug für Partner, die ihren Ursprung in der Beratung und Systemintegration haben”, gibt Niemann zu bedenken.

Hier gelte es in der Zukunft, die Akzente anders zu setzen: “Die SAP sollte sich auf die Bereitstellung von Basisfunktionen, Integrations-Tools und der Plattform konzentrieren, während Partner die Weiterentwicklung des Funktionsumfangs sowie die Entwicklung von branchenspezifischen Lösungserweiterungen vorantreiben”, rät Niemann. “Durch den Verkauf eigener Lösungen, basierend auf dieser Plattform, könnte das Geschäftsmodell von Business ByDesign für Partner attraktiver werden.”

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Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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