EMC integriert Hardware und Software für Backup

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EMC will im Markt für Backups ein stärkeres Gewicht einnehmen und unterstreicht diese Strategie mit neuen Produkten. Den Ankündigungen der vergangenen EMC World folgen nun Taten: Alle wichtigen Backup-Restore-Systems-Produkte (BRS) bekommen umfassende Aktualisierungen. Dabei führt ECM Hardware und Software näher zusammen als je zuvor.

"Viele große Kunden kaufen Backup-Hard- und Software gemeinsam", Kelly Brown, Direktor Product Marketing EMEA, EMC. Quelle: EMC
“Viele große Kunden kaufen Backup-Hard- und Software gemeinsam”, Kelly Brown, Direktor Product Marketing EMEA, EMC. Quelle: EMC

Mit einer ganzen Serie neuer Produkte untermauert EMC das Ziel, auch im Bereich Backup eine Spitzenposition einzunehmen. Derzeit ist der Hersteller im Bereich Software für Backup und Recovery laut IDC Dritter. An der Spitze steht Symantec mit 26,5 Prozent Anteil, gefolgt von IBM mit 17,2 Prozent. Dann kommt auch schon EMC mit 14,5 Prozent. Im Markt der Backup-Appliances reklamiert Kelly Brown, Direktor Product Marketing EMEA, allerdings einen weltweiten Anteil von 60 Prozent für ihr Unternehmen.

Große Hoffnungen setzt man deshalb seitens EMC auf die Deduplizierungsmaschinen von Data Domain (DD), die laut Brown besonders von großen Kunden meist im Paket mit entsprechender Software gekauft werden. Mit der Software DD Boost hat EMC zudem eine Lösung im Programm, die das Backup über die NFS/CIFS-Schnittstelle der DD-Hardware zusammen mit den meisten EMC-Speichersoftwares noch weiter beschleunigt.

Gleich vier neue Midrange-Data-Domains (DD 2500/4200/4500/7200) werden präsentiert. Sie nutzen allesamt Intels Sandybridge-Prozessor und sind damit besser skalierbar, schneller, günstiger und können mehr Datenströme gleichzeitig verarbeiten als die bisherigen Systeme. Außerdem unterstützt das DD-Betriebssystem jetzt auch Archivierung, so dass die Boxen wahlweise für Backup und/oder Archiv genutzt werden können.

Die nutzbare Kapazitäten der Geräte liegt zwischen 133 TByte (DD 2500) und 428 TByte (DD 7200). Mit der Zusatzsoftware Extended Retention, die es nur für die drei großen Modelle gibt, erweitert sich die physisch vorhandene Maximalkapazität je nach Maschine auf das Drei-bis Vierfache. Die logischen Kapazitäten reichen von 1,3 bis 28,5 PByte, mit Extended Retention bis 85,6 PByte. Die Speicherleistungen liegen ohne DD Boost zwischen 5,3 TByte pro Stunde und 11,9 TByte pro Stunde, mit Zusatzsoftware geht es mehr als doppelt so schnell.

Auch den Support externer Partner hat EMC erweitert. So kann man jetzt direkt von SAP HANA Studio auf Data-Domain-Maschinen schreiben. DD Boost unterstützt nun Oracles Exadata-Maschine und SAP auf Oracle.

Hinsichtlich der Preise hält sich EMC wie üblich bedeckt und gibt nur den Einstiegspreis der DD 2500 an, der bei rund 45000 Dollar liegt. Dieses System ist in EMCs eStore erhältlich.

Networker und Avamar tauschen Funktionen

Zwar will EMC die beiden Plattformen Avamar und Networker vorläufig beibehalten, um die Investitionen seiner Kunden zu schützen, doch aus der Beobachterperspektive erscheint es absehbar, dass die beiden Softwares längerfristig wohl zusammenwachsen werden. “Wir übernehmen jeweils die besten Funktionen jeder Software in die andere”, erklärt Kelly Brown die derzeitige Strategie.

Die neue Hardware Data Domain sollen vor allem Kunden aus dem Mittelstand ansprechen. Quelle: EMC
Die neue Hardware Data Domain sollen vor allem Kunden aus dem Mittelstand ansprechen. Quelle: EMC

Bei den neuen Versionen Avamar 7 und Networker 8.1 ist das schon sichtbar. So teilen sich beide Produkte jetzt Virtualisierungfeatures: Images lassen sich bei beiden Lösungen über einen vSphere Web-Client ziehen und wiederherstellen, Networker 8.1 erhält wie Avamar 7 Selbstbedienungsfunktionen für die Datenwiederherstellung, und Backup-Regeln kann man pro Ordner, Server oder Cluster an neue virtuelle Maschinen vererben, was notorisch zeitknappen Administratoren das Leben erleichtert.

Insgesamt rücken Software und Hardware bei EMC noch näher zusammen. “Wir werden aber auch in Zukunft Hard- und Software immer getrennt voneinander anbieten”, beteuert Brown. Freilich profitieren diejenigen, die auf Nicht-EMC-Hardware bestehen, nicht von vielen Vorteilen der integrierten Technologien. So können Fileserver über den Avamar NDMP Accelerator (Network Data Management Protocol) jetzt direkt auf DD-Geräte schreiben, wobei die Deduplizierung bereits auf dem Beschleuniger erfolgt. Außerdem unterstützt Avamar nun die Isilon-NAS-Systeme.

Virtuelle Maschinen lassen sich mit der neuen Funktion Instant Access direkt von Data-Domain-Storage aus booten und dann mit vMotion an ihren “Arbeitsplatz” transferieren.

Bei Networker 8.1 wurden Sie Snapshot-Funktionen verbessert. Ein durch DD Boost beschleunigter Networker-Backup ist jetzt auch über Fibrechannel möglich, was die benötigte Zeit um die Hälfte verringern soll. DD Boost senkt Durch die Nutzung von Metadaten (Virtual Synthetics) auch die Zahl der notwendigen Voll-Backups mit Networker laut EMC um 90 Prozent. Verbessert wurde zudem die Integration mit Oracle bei Datenbank-Backups.

Hinsichtlich der Lizenzierung geht EMC neue Wege. Dem Anwender soll die Auswahl des richtigen Speicherprodukts erleichtert werden. Dazu kann er in Zukunft die gesamte Data Protection Suite mit den Komponenten Avamar, Networker und Data Proection Advisor in einer Volumenlizenz kaufen und später entscheiden, wo am besten welches Produkt eingesetzt wird.

Schließlich gibt es auch Neuigkeiten beim Online-Backupservice Mozy. Der Dienst soll endlich unternehmenstauglich werden, weshalb nun beispielsweise ein Active Directory integriert ist. Storage lässt sich poolen, um das Management zu vereinfachen und der Backup-Client lässt sich nun ohne die Eingabe eines Schlüssels aktivieren.

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