Polycom CEO stolpert über seine Spesenabrechnung

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Hersteller von Video-Konferenz-Lösungen bewerben ihre Produkte gerne damit, dass sich so Reisekosten und andere Spesen einsparen lassen. Doch das hat Andrew Miller dem CEO von Polycom offenbar nicht gereicht.

Andrew Miller tritt als CEO von Polycom ab. Quelle: ZDNet.com
Andrew Miller. Quelle: ZDNet.com

Bei einem Audit sind jetzt “gewisse Unregelmäßigkeiten” in den Spesenabrechnungen des CEOs Andrew Miller aufgetaucht, wie Polycom parallel zu den Quartalszahlen mitteilt. Diese seien zwar nicht so groß, dass die Bilanz davon nennenswert betroffen sei, aber doch immerhin groß genug, dass der amtierende CEO dafür die Verantwortung übernimmt und seinen Rücktritt ankündigt.

Seit 2010 ist Miller CEO des größten Video-Konferenz-Anbieters hinter Cisco. Jetzt teilt das Unternehmen Polycom mit, dass der Manager zurücktritt, nachdem “gewisse Unregelmäßigkeiten in den vorgelegten Spesenabrechnungen aufgetaucht sind”.

Details über die Höhe oder die Art der Unregelmäßigkeiten teilte Polykom nicht mit. Neben der Aussage, dass es die Bilanz und die aktuellen Finanzreports des Unternehmens nicht beeinträchtigen werden, erklärte das Unternehmen, dass neben Miller keine weiteren Personen an dem Vorgang beteiligt sind.

Jetzt übernimmt der Investor Kevin Parker, derzeit Mitglied im Polycom-Board, kommissarisch die Leitung des Unternehmens.

“Der Rücktritt von Andy Miller unter diesen Umständen ist enttäuschend und sollte keinesfalls als  Spiegelbild für die finanzielle Integrität des Unternehmens verstanden werden”, kommentiert Parker. Der freue sich jetzt auf die Zusammenarbeit mit dem Polycom-Team und bedankt sich noch bei Miller für seine “vier Dienstjahre”.

Zuvor war Miller insgesamt 11 Jahre bei Cisco und auch CEO von Tandberg, ebenfalls ein Anbieter von Video-Konferenzing-Lösungen, den Cisco im Jahr 2010 für rund 3,3 Milliarden Dollar übernahm.

Die Börse straft den Abtritt Millers ab und der Kurs sinkt um 15 Prozent. So kann das Unternehmen zwar mit einem Umsatz von 345 Millionen Dollar die Erwartungen der Analysten im akutellen Quartal übertreffen, doch die Aussichten für das nächste Quartal liegen zwischen 330 und 340 Millionen Dollar, was deutlich unter den 355 Millionen Dollar liegt, die die Börse erwartet hätte.

Zudem haben die Wirtschaftsprüfer Johnson and Weaver angekündigt, den Vorgang zu untersuchen. Demnach werde Miller noch bis 15 August bei Polycom angestellt bleiben. Als Abfindung werde Miller unter anderem 500.000 Dollar erhalten.

 

 

 

 

 

 

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