Kienbaum: IT-Gehälter steigen um mehr als drei Prozent

EntlassungenManagement

Informatiker und Ingenieure in deutschen Unternehmen bekommen mehr Geld: Das Plus bei den Jahresgehältern beträgt mehr als drei Prozent. Das bewegt sich in der Größenordnung anderer Branchen, obwohl gerade in der IT Fachkräftemangel herrscht. Frauen sind in IT-Berufen nach wie vor stark unterrepräsentiert, vor allem in den Chefetagen. Das belegen zwei Studien der Managementberatung Kienbaum.

Julia Zmitko, Vergütungsexpertin bei Kienbaum
Julia Zmitko, Vergütungsexpertin bei Kienbaum

Im Vergleich zum Vorjahr sind 2012 die Gehälter von Informatikern um 3,2 Prozent gestiegen, bei Technikern lag das Plus bei 3,5 Prozent. Damit bewegen sich die Steigerungsraten auf Vorjahresniveau, berichtet die Managementberatung Kienbaum auf der Grundlage von zwei aktuellen Studien. IT-Führungskräfte verdienen mit einem Jahresgehalt von 114.000 Euro mehr als doppelt so viel wie einfache Sachbearbeiter mit 47.000 Euro. Dazwischen liegt die Gruppe der Fachkräfte mit einem durchschnittlichen Jahresgesamtgehalt von 66.000 Euro.

Wie hoch das Gehalt im Einzelnen ausfällt, hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab. „Unternehmensgröße und Verantwortungsumfang bestimmen die Höhe der Vergütung maßgeblich“, sagt Julia Zmitko, Vergütungsexpertin bei Kienbaum. Auch regionale Unterschiede fließen in die Vergütung ein. Spitzenreiter in Sachen Gehälter sind Ballungsräume um die deutschen Großstädte Frankfurt, München, Hamburg und Düsseldorf. Dagegen bleiben die neuen Bundesländer weiter zurück: Das derzeitige Niveau der dortigen Jahresgesamtbezüge beläuft sich im Durchschnitt auf etwa  83 Prozent der in Deutschland gezahlten Gehälter.

Auch zwischen den Branchen zeigen sich teilweise deutliche Unterschiede: So liegt die Chemie- und Mineralölindustrie bei den Gehältern für IT- Führungskräfte an der Spitze: 168 .000 Euro verdienen die Top-Leute dort, während sie sich beispielsweise im Fahrzeugbau mit 97.000 Euro zufrieden geben müssen. Auch auf der Ebene der Fachkräfte zeigen sich zum Teil deutliche Abweichungen. Zmitko warnt jedoch davor, diese Unterschiede überzubewerten: „Vorhandene Vergütungsdifferenzen beruhen bei näherer Analyse auf anderen Einflussfaktoren. In erster Linie sind dies die Unternehmensgröße, aber auch Oganisations- und Eignerstrukturen oder unterschiedliche Mitarbeiterqualifikationen.“

Dagegen sind variable Bezüge über alle Branchen hinweg ein wesentliches Instrument betrieblicher Vergütungspolitik, wie die Kienbaum-Studien zeigen: 84 Prozent aller Führungspositionen und 69 Prozent aller Fachkräfte erhalten variable Vergütungen wie Prämien, Tantiemen und Bonus-Zahlungen. In den IT-Führungsetagen betrug die ausgeschüttete Höhe für 2012 durchschnittlich 20.100 Euro, das entspricht 15 Prozent des Gesamteinkommens. Der Anteil bei den Spezialisten belief sich auf 69 Prozent, bei den Sachbearbeitern waren es 53 Prozent.

Frauen sind in der IT nach wie vor stark unterrepräsentiert. Ihr Anteil über alle erfassten Positionen hinweg beträgt 12 Prozent. „Bei den Fachkräften stellen die Frauen in den IT-Bereichen 14 Prozent der Mitarbeiter“, berichtet Zmitko. „In den Führungspositionen sind sie nur zu 7 Prozent vertreten.“ Insgesamt beträgt der Anteil der Frauen an den Erwerbstätigen circa 50 Prozent. Auch in IT-Berufen kommen Frauen beim Gehalt oft schlechter weg als ihre männlichen Kollegen, obwohl die Unterschiede nicht so ausgeprägt sind wie in anderen Branchen: Der Vergütungsabschlag beträgt bei Führungskräften 4 Prozent und bei Fachkräften 3 Prozent.

Die IT-Gehaltsrangliste wird angeführt von den Leitern des Bereichs IT-Architektur, Methoden und Werkzeuge. : Ihr Jahresgehalt beträgt im Schnitt 124.000 Euro. Es folgen die Leiter IT-Betrieb sowie  Anwendungsentwicklung mit einer Vergütung von 118.000 Euro jährlich. Die geringsten Bezüge unter den Führungskräften erhalten die Leiter des IT-Projektmanagements, nämlich 93.000 Euro.  Die Spitzenverdiener im Bereich der Fachkräfte sind die IT-Security-Manager: Ihr Jahresgehalt beläuft sich auf 81.000 Euro. Am unteren Ende der Skala stehen die Spezialisten des User Helpdesk: Sie verdienen 45.000 Euro jährlich.