HSV gibt Fananleihe aus – Prodware sorgt für IT-Unterstützung

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Ein moderner Bundesliga-Club lebt nicht vom sportlichen Erfolg allein. Um die Geschäftsaktivitäten – von der Dauerkartenverwaltung bis zur Vermarktung – reibungslos zu organisieren, braucht ein Spitzenverein eine leistungsstarke IT. Der HSV hat sich dabei von seinen Fans unter die Arme greifen lassen und hat eine Jubiläumsanleihe aufgelegf.

Mannschaftsfoto HSV

Der Hamburger Sportverein (HSV) hat im vergangenen Jahr sein 125-jähriges Bestehen gefeiert. Ein guter Anlass, um auch in die Zukunft zu schauen und den Nachwuchs zu fördern. So entstand die Idee, das Nachwuchsprojekt HSV Campus über eine Jubiläumsanleihe für Fans und Mitglieder zu finanzieren. Eine Abwicklung manuell über Excel kam für den sechsmaligen deutschen Meister nicht in Frage, schließlich rechnete der Club mit sehr viel Zuspruch: Immerhin ist der HSV mit knapp 72.000 Mitgliedern der viertgrößte Fußballverein Deutschlands.

Der Club arbeitet mit der Standardsoftware Microsoft Dynamics NAV 2009. Außerdem ist eine SQL-Datenbank im Einsatz. Das Web-Frontend stammt vom österreichischen Anbieter Laola1 in Wien. Mit der ERP-Lösung  wickelt der dreimalige Pokalsieger Finanzbuchhaltung, Merchandising sowie Kunden- und Mitgliederverwaltung ab. Die Anwendung musste also für das Fond-Management erweitert werden. “Bei der Fananleihe galt es nicht nur, das Zeichnungsverfahren optimal und ohne Risiken abzubilden”, sagt Carlo Dannies, Leiter ICT beim HSV. „Die Lösung musste außerdem unterschiedliche Schnittstellen wie beispielsweise zu unserer Mitgliederverwaltung aufweisen und dabei intuitiv und einfach zu bedienen sein. Denn mehr als ein Drittel unserer 180 Mitarbeiter greift auf das System zu“, erläutert Dannies.

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Dem HSV ging es vor allem um eine sichere und ergonomische Schnittstelle. “Sie sollte die Emission der Anleihen mit so wenig operativem Aufwand wie möglich begleiten und den Mitarbeitern individuell die Möglichkeit geben, auch auf das CRM-Modul mit Kunden- und Mitgliederinfor-mationen oder Finanzbuchhaltung innerhalb des Back-Ends zugreifen zu können”, erklärt Dannies.

Diese Aufgabe übernahm Prodware, Spezialist für Microsoft-basierte Enterprise-Lösungen und langjähriger Partner des HSV. “Die Herausforderung lag einerseits im nicht festgelegten Workflow für die Abwicklung der Anleihe und andererseits im engen Zeitplan”, sagt Andreas Büssenschütt, Business Unit Manager bei Prodware und Verantwortlicher für das HSV- Projekt. Schließlich hatte der HSV bis dato keine Erfahrungen mit der Ausgabe und Verwaltung von Anleihen.

Im Einzelnen ging es um die Integration folgender Schritte: Auf der Website konnten Mitglieder und Fans die Anleihe zeichnen. Die Daten wanderten darauf hin ins ERP-System Dynamics Navision, um dort mit vorhandenen Stammdaten abgeglichen zu werden. Auch eine Überprüfung der Daten fand statt. Wenn nötig, wurde ein neuer Kontakt angelegt. Abschließend ging es darum, einen Zahlungsvorgang anzustoßen. Die Lösung bestand aus bereits vorhandenen Standards und eigener Programmierung. So konnten beispielsweise die Buchungsroutinen, die bereits in Navision vorhanden sind, zur Zahlungsabwicklung genutzt werden.  Ein Webservice von Prodware, der beim HSV bereits für die Kundenkommunikation im Einsatz war, wurde per Programmierung erweitert und an die zu lösenden Aufgabe angepasst. Auch die gewohnte Microsoft-Umgebung konnte erhalten werden. “Ein Beispiel dafür, wie man mit einfachen Mitteln komplexe Vorgänge abbilden kann”, fasst Büssenschütt zusammen.

Für Entwicklung und Einführung des Moduls für die Anleihezeichnung standen nur wenige Monate zur Verfügung. Die tatsächliche Integration fand in einem Zeitraum von zwei Wochen statt. Trotz des engen Zeitplans hielt das System dem Ansturm von Fans und Mitgliedern stand. Insgesamt wurden über 7000 Anleihen gezeichnet, allein in den ersten zwei Wochen in einem Wert von 17,5 Millionen Euro.