HP enttäuscht und wechselt Management durch

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Ein enntäuschendes dritten Quartal und erneut Neubesetzungen in verschiedenen Führungspositionen gibt HP jetzt bekannt. Die Ergebnisse lagen weitgehend in den Erwartungen, dennoch zeigten sich Anleger enttäuscht. Seit Ende 2011 geht der Umsatz des Technologiekonzerns kontinuierlich zurück.

Mit den Zahlen zum dritten Quartal 2013, das mit dem 31. Juli zu ende ging, meldet HP einen Umsatz-Rückgang um 2,5 Milliarden Dollar oder acht Prozent auf 27,2 Milliarden Dollar. Der Non-GAAP-Gewinn ging um 15 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar oder 0,86 Dollar je Aktie zurück. Außerdem dreht sich bei HP das Personal Karussell  in der Führungsebene weiter.

Die Analysten waren von einem Überschuss von 0,86 Dollar bei Einnahmen von 27,3 Milliarden Dollar ausgegangen. HP bleibt damit leicht hinter den Erwartungen zurück. Dennoch brach der Kurs der HP-Aktie im Nachbörslichen Handel um 7,8 Prozent auf 23,40 Dollar ein.

Allerdings konnte HP das Nettoergebnis gegenüber dem dritten Geschäftsquartal 2012 deutlich steigern. Statt eines Fehlbetrags von 8,9 Milliarden Dollar weist die aktuelle Bilanz einen GAAP-Gewinn von 1,4 Milliarden Dollar aus. Das Vorjahresquartal wurde jedoch durch einmalige Kosten in Höhe von 10,8 Milliarden Dollar belastet, darunter eine Abschreibung von 8 Milliarden Dollar auf den Geschäftsbereich Services.

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CEO Meg Whitman betonte, ihr Unternehmen habe die für das Quartal gesetzten Gewinnziele erreicht. “Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass unsere Restrukturierung Fortschritte macht”, wird sie in einer Pressemitteilung zitiert. Die Kostenstruktur habe sich, genauso wie das operative Geschäft, verbessert.

Die einzelnen Geschäftsbereiche melden jedoch weiterhin rückläufige Umsatzzahlen. Bei der Personal Systems Group sind es elf Prozent, bei der Druckersparte vier Prozent und bei der Enterprise Group neun Prozent. Der Bereich Enterprise Services nahm ebenfalls neun Prozent weniger ein als vor einem Jahr. Lediglich die Software-Sparte erzielte ein Plus von einem Prozent.

Bill Veghte ist der neue Chefstratege bei HP. Quelle: Martin Schindler.
Chief Operating Officer Bill Veghte soll als Executive Vice President die Leitung der Enterprise Group übernehmen. M. Schindler

Das Fiskaljahr 2013 will HP Ende Oktober mit einem Nettoaktiengewinn zwischen 2,67 und 2,71 Dollar abschließen. Der Non-GAAP-Gewinn soll bei 3,53 bis 3,57 Dollar je Anteilsschein liegen. Die Wall Street sagt für das vierte Quartal Einnahmen von 28,12 Milliarden Dollar und einen Überschuss von 1,01 Dollar je Aktie voraus.

Kurz nach Veröffentlichung der Bilanz kündigte HP Veränderungen in der Unternehmensführung an. Chief Operating Officer Bill Veghte soll als Executive Vice President die Leitung der Enterprise Group übernehmen. Zudem wird HPs Cloud-Portfolio in diesen Geschäftsbereich integriert. Sein Vorgänger Dave Donatelli erhält eine neue Aufgabe. Er soll sich künftig um Unternehmen kümmern, die neue Technologien wie Moonshot oder StoreOnce entwickeln. Er berichtet weiterhin direkt an Meg Whitman.

Chief Operating Officer Bill Veghte soll als Executive Vice President die Leitung der Enterprise Group übernehmen

 

Zudem legt HP die Teams für Marketing und Kommunikation zusammen. Chief Marketing Officer Marty Homlish erhält als Chef des neuen Bereichs den Titel Chief Customer Experience Officer. Dementsprechend ist er über alle Geschäftsbereiche hinweg für die Kundenbeziehungen verantwortlich. Chief Communications Officer Henry Gomez wird wiederum Homlishs Nachfolger.

Der Posten des Chief Operating Officer bleibt hingegen bis auf weiteres unbesetzt. HP zufolge gibt es derzeit keine Pläne, einen Nachfolger für Bill Veghte zu bestimmen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.com]

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