MacBook beweist Existenz Gottes

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Sollten die beiden Wissenschaftler mit ihrem Beweis richtig liegen, wären damit zwei Lager versöhnt: Religion und Wissenschaft. Zumindest theoretisch.

Goedel in einem maschinengestützten Theorem-Beweis.

Ein schlichtes MacBook reichte Christoph Benzmüller von der Freien Universität Berlin und seinem Kollegen Bruno Woltzenlogel Paleo der TU Wien aus, um einen Gottesbeweis für gültig zu erklären.

Die beiden haben sich den Gottesbeweis des Österreichers Kurt Gödel vorgenommen, den der scheue Mathematiker zuallererst im Jahr 1941 skizzierte und dann in der Sprache “Modallogik zweiter Stufe” zu einem komplexen Theorem ausformulierte.

Gödels Forderung war, dass ein Wesen existiert, das alle positiven Eigenschaften in sich vereint. Eine dieser Eigenschaften Gottes ist es laut Gödel, eben Gott zu sein und zweitens zu existieren. Gödel nimmt zudem an, dass eine Eigenschaft entweder positiv oder negativ sein muss. Aufgrund dieser Annahmen kommt Gödel letztlich zu dem Schluss, dass Gott notwendigerweise existiert.

Jetzt hat der Wissenschaftler Christoph Benzmüller sein MacBook mit den Formeln gefüttert, die der gläubige Gödel lange vor der Öffentlichkeit geheim hielt. Und nach weniger als einer Minute spukte der Rechner aus, dass Gödels Beweis gültig ist: “Gott existiert” ist damit schlüssig bewiesen, zumindest im Modell Gödels. 

In einem kurzen Paper haben die beiden Wissenschaftler ihre Untersuchung beschrieben. Gödel hatte bei seinem Beweis wohl einige “Abkürzungen” genommen und auch nicht jeden Beweisschritt formalisiert festgehalten. Mit einem Programm konnten die Wissenschaftler jedoch diese Lücken schließen. Das habe der Rechner auch weitgehend alleine geschafft, berichten die beiden Wissenschaftler. Nur an wenigen Stellen hätten Benzmüller und Woltzenlogel Paleo nachhelfen müssen. Jetzt umfasse der Beweis nicht ganz 300 Zeilen.

Am Sonntag, den 25. August hatte Benzmüller schließlich die finale Version der Ergebnisse auf den Wissenschafts-Server arxiv.org hocheladen.

Gödel selbst hatte offenbar Respekt vor seine Entdeckung. Den Beweis formulierte er während seines Exils in Princeton. Hier hatte er sich auch öfter mit Albert Einstein zu Spaziergängen getroffen. Selbst gegenüber Einstein, der sich ebenfalls mit Gott befasst hat (“Der Alte würfelt nicht“), hatte Gödel seine Entdeckung nicht offenbart.

Erst Jahrzehnte später, 1970 hatte sich der inzwischen gesundheitlich stark angegriffene Gödel seinem Freund Oskar Morgenstern anvertraut. Ein Student Gödels  hat schließlich den Beweis in die Öffentlichkeit getragen.

 

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