SSD-Ausfall bei Linus Torvalds verzögert Linux-Kernel 3.12

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Auch SSDs können ihren Geist aufgeben. Das passiert zwar relativ selten, aber wenn es so weit ist, hat man ein Problem und das muss gerade der Linux-Entwickler und oberste Kernel-Wächter Linus Torvalds am eigenen Leib erfahren.

Linus_Torvalds_22_jahre_linuxRIP – dead harddisk” (“Ruhe in Frieden – tote Festplatte”) , mit diesen Worten gab Linus Torvalds bekannt, dass das Speichermedium seiner Workstation den Geist aufgegeben hat. Dadurch wird sich auch die Freigabe der nächsten Version des Kernel verzögern.

Mit dieser Nachricht musste der Linux-Erfinder die anderen Kernel-Entwickler bitten, Patches und Pull Requests neu zu senden, die noch nicht im Git-Repositorium für den Kernel gespeichert waren. Das heißt aber auch, dass jeder Programmierer prüfen muss, ob seine jüngsten Beiträge integriert wurden.

“Das Timing ist komplett daneben, aber es sieht so aus, als hätte sich meine SSD gerade verabschiedet”, schreibt Torvalds. “Ich werde eine Wiederherstellung versuchen, aber im Augenblick kann mein System nicht einmal mehr auf den Boot-Sektor zugreifen und versucht stattdessen, übers Netzwerk zu booten. Ich habe also keine allzu großen Hoffnungen.”

Der Absturz habe sich kurz vor dem Ende eines zweiwöchigen Merge Window ereignet. Das ist der Zeitabschnitt, in dem bei großen Softwareprojekten zahlreiche Patches zusammengeführt werden. Allzu viel Arbeit habe er nicht verloren, schreibt Torvalds immerhin.

“Wenn es zum Schlimmsten kommt, werde ich die letzten Tage des Merge Window auf dem Laptop abwickeln, was ich ohnehin vorhatte, weil bei mir Reisen anstehen.” Nach dem Merge Window beginnen erst die Tests der neuen Linux-Version, sodass der Kernel 3.12 letztlich noch am Anfang steht.

Der neue Code umfasst Verbesserungen der Stromverwaltung, neue KVM-Virtualisierungsfunktionen, Verbesserungen an Audiotreibern sowie zusätzliche Funktionen für die Dateisysteme EXT4 und F2FS.

Die Kernelentwicklung nimmt inzwischen die gesamte Aufmerksamkeit von Linus Torvalds in Beschlag. Und er ist es, der letztlich darüber entscheidet, welcher Code in den Kernel integriert wird.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de] Tipp: Wie gut kennen Sie sich mit Open-Source aus? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

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