Aktionär verklagt Blackberry wegen angeblicher Irreführung

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Die Klage ist gegen Blackberry-CEO Torsten Heins und CFP Brian Bidulka gerichtet. Bereits im September 2012 soll Heins mit positiven Aussagen über Blackberrys Zukunft getäuscht haben. Ebenfalls irreführend seien Angaben zum Feedback der Entwickler auf BB10 gewesen.

BlackBerry-Q10, BlackBerry10, Z10;
BlackBerry-Q10, BlackBerry10, Z10. BlackBerry Messenger, Instant Action, Hub, Spotity, Skype;

Bei einem Bundesgericht in New York hat ein Blackberry-Aktionär Klage gegen den kanadischen Handyhersteller und zwei seiner Führungskräfte eingereicht. Über die finanzielle Lage des Unternehmens und die Perspektiven für das Mobil-OS Blackberry 10 sollen sie falsche und irreführende Angaben gemacht haben.

Als Blackberry erklärte, es habe “bei seinen finanziellen und operativen Zielen Fortschritte gemacht”, und dass die Preview von Blackberry 10 auf positive Resonanz bei Entwicklern gestoßen sei, habe es seine Aktionäre im vergangen Jahr getäuscht, das behauptet der Investor Marvin Pearlstein. Bei einer Telefonkonferenz mit Analysten am 27. September soll CEO Thorsten Heins darüber hinaus Inverstoren mit der Aussage der Handyhersteller sei “weiterhin ein finanziell stabiles Unternehmen” und ein “starker, innovativer und bedeutender Anbieter” im Mobilmarkt, in getäuscht haben.

“Das Unternehmen war nicht auf dem Weg der Besserung und wieder dabei, zu einem führenden Anbieter in der Mobilfunkbranche zu werden”, heißt es in der 35-seitigen Klageschrift. “In Wirklichkeit hat der Markt Blackberry 10 nicht angenommen und das Unternehmen war gezwungen, fast eine Milliarde Dollar in Bezug auf nicht verkaufte Blackberry-10-Geräte abzuschreiben und ungefähr 4500 Mitarbeiter zu entlassen, was nahezu 40 Prozent der gesamten Belegschaft entspricht.”

“Tausende” Aktionäre, die zwischen Ende September 2012 und 20. September 2013 Aktien des angeschlagenen Handyherstellers gekauft haben, sollen sich an der Klage, die sich auch gegen Chief Financial Officer Brian Bidulka richtet, beteiligen können. Die Abschreibung und einen daraus erfolgenden Quartalsverlust von bis zu 995 Millionen Dollar hatte Blackberry am 20. September bekannt gegeben. Schließlich wies die etwa eine Woche später präsentierte Bilanz ein Minus von 965 Millionen Dollar aus.

Aktuell prüft der Aufsichtsrat von Blackberry ein Kaufangebot eines Konsortiums unter der Führung von Fairfax Financial Holding. Dieses sieht eine Zahlung von 9 Dollar pro Anteilsschein für die Aktionäre vor – insgesamt rund 4,7 Milliarden Dollar. Anschließend will es das Unternehmen von der Börse nehmen. Einer gemeinsamen Erklärung zufolge hat Blackberry noch bis zum 4. November Zeit, andere Angebote einzuholen. Zu diesem Zweck soll es Medienberichten zufolge Gespräche mit Cisco Systems, Google und SAP führen und auch Firmen wie Intel und die koreanischen Hersteller LG und Samsung angesprochen haben.

Der höchste Kurs der Blackberry Aktie lag 2008 bei fast 145 Dollar. Das Papier verlor seitdem etwa 95 Prozent seines Wertes. Am vergangenen Freitag kostete eine Blackberry-Aktie zum Börsenschluss nur noch 7,69 Dollar.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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