Microsoft-Mitarbeiter sollen keine Loser mehr sein

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Microsofts heftig kritisiertes Personal-Bewertungsprogramm, das Mitarbeiter in schwach, durchschnittlich, leistungsfähig und spitze einteilt, werde es künftig nicht mehr geben.

Microsofts verlorenes Jahrzehnt? Das Magazin Vanity Fair geht mit der Ära Steve Ballmer hart ins Gericht. Quelle: ZDNet.com
Microsofts verlorenes Jahrzehnt? Das Magazin Vanity Fair geht mit der Ära Steve Ballmer hart ins Gericht. Quelle: ZDNet.com

Microsoft hatte sich jahrelang bei der Bewertung von Mitarbeitern an ein System gehalten, das die Leistungen der Angestellten in vier Kategorien einteilt. Das soll nun anders werden wie Personalchefin Lisa Brummel in einer auf ZDNet.com in voller Länge veröffentlichten Mail an alle Mitarbeiter mitteilt. Man versuche dadurch mehr Teamgeist und Agilität in der Belegschaft zu erreichen, um mehr Business-Impact liefern zu können. Daher werde man sich von Ideen wie einer “Glockenkurve” und “vorbestimmten Distribution” verabschieden.

Manager mussten für dieses System die Angestellten den Gruppen Spitzenkräfte, leistungsfähige, durchschnittliche oder schwache Mitarbeiter zuteilen. Für jede Gruppe wurde eine feste Größe in Prozent vorgegeben. 

Kritiker solcher Systeme argumentieren, dass sie Versager produzieren und unproduktive Konkurrenzkämpfe fördern. Microsoft hatte aber für lange Zeigt geglaubt von solch einem System profitieren zu können, um so weniger leistungsfähige Mitarbeiter auszusortieren zu können. In die öffentliche Aufmerksamkeit war Microsofts System 2012 gerückt, als das US-Magazin Vanity Fair es zur Titelgeschichte machte und über CEO Steve Ballmer herzog. “Microsofts verlorenes Jahrzehnt” lautete die Überschrift. Allerdings ist auch von Amazon, Facebook und Yahoo bekannt, dass sie ihre Mitarbeiter auf solche Weise in Leistungsgruppen sortieren.

Brummels Mail zufolge will Microsoft nun im Rahmen seiner Strategie “One Microsoft” Teamwork und Zusammenarbeit stärker betonen. Man verfolge nun einen “fundamental anderen Ansatz”, was Leistung und Weiterentwicklung von Mitarbeitern angehe. Bewertungen werde es allgemein nicht mehr geben, sondern stattdessen eine Konzentration “auf das, was wirklich zählt” – nämlich Kenntnis der eigenen Bedeutung und Nutzen von “Chancen, um zu wachsen und besser zu werden.”

Erstaunlich daran ist, dass Microsoft sich für einen solchen Schritt kurz vor der Benennung eines neuen CEOs entscheidet. Steve Ballmer wird das Unternehmen verlassen, sobald sein Nachfolger gefunden ist – spätestens aber im Juli 2014. Möglicherweise sollen die Angestellten auf diese Weise in einer schwierigen Übergangsphase etwas beruhigt werden.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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