HP: 90 Prozent aller iOS-Apps haben Lecks

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Neun von zehn Anwendungen für iOS sind unsicher, findet die HP-Tochter Fortify heraus. Die Experten glauben jedoch, dass auch andere Plattformen ein ähnliches Bild zeigen. Die Sicherheitsexperten kritisieren unzureichenden Datenschutz, Übertragung von Daten im Klartext oder auch Fehler in der Programmierung.

HP Fortify teilt Sicherheitslecks in Apps für iOS in vier  verschiedene Kategorien ein. 90 Prozent aller Apps haben mindestens eine Schwachstelle, so Fortify. Quelle: Fortify
HP Fortify teilt Sicherheitslecks in Apps für iOS in vier verschiedene Kategorien ein. 90 Prozent aller Apps haben mindestens eine Schwachstelle, so Fortify. Quelle: Fortify

Über die Sicherheitslösung Fortify On Demand for Mobile haben die HP-Experten insgesamt 2107 Apps von 601 Anbietern überprüft. Und in 90 Prozent der Apps sei mindestens eine Schwachstelle zu finden gewesen, urteilen die Sicherheitsexperten. Fortify hatte sich für diesen Test auf Anwendungen auf für Apples iOS beschränkt. Doch die Sicherheitsexperten sind davon überzeugt, dass auch Anwendungen für Android oder andere Plattformen ähnlich unsicher sind.

Bei den gefundenen Schwachstellen unterscheidet die HP-Tochter zwischen vier Kategorien. Der Analyse zufolge schützen 86 Prozent der Apps private Nutzerdaten wie Adressbücher nicht ausreichend vor unbefugten Zugriffen. Ebenfalls 86 Prozent der getesteten Anwendungen seien anfällig für Pufferüberläufe oder die Offenlegung von Verzeichnissen, weil in den Apps häfig keine Schutzmaßnahmen implementiert sind.

Fortify kritisiert darüber hinaus, dass 75 Prozent der Programme Daten nicht verschlüsseln, bevor sie auf einem Gerät gespeichert werden. Unter anderem würden Chat-Protokolle, Dokumente und sogar Passwörter im Klartext abgelegt. 18 Prozent verzichteten zudem auf eine Verschlüsselung, wenn sie Daten über ein Netzwerk übertragen. Bei weiteren 18 Prozent sei die SSL-Verschlüsselung fehlerhaft implementiert, weswegen es auch hier möglich sei, beispielsweise über ein gemeinsam genutztes WLAN persönliche Daten abzufangen.

Mike Armistead, Vizepräsident und General Manager für Fortify Enterprise Security Products bei HP, räumte im Gespräch mit ZDNet.com ein, 71 Prozent der Anfälligkeiten beruhten auf serverseitigen Problemen der Apps. Viele davon wie SQL Injection und Cross-Site-Scripting seien weit verbreitet. Die Folgen seien jedoch sehr ernst. Zudem sei es in den meisten Fällen möglich, die Fehler zu beheben, sobald sie bekannt seien.

HP Fortify folgert aus seiner Studie, dass Entwickler bewährten Methoden folgen müssen, um Angriffe auf ihre Kunden zu verhindern. Dazu zählt es bekannte Ansätze für sicheres Programmieren, Penetrationstests und auch Lösungen wie Fortify Mobile on Demand, um Anwendungen auf Schwachstellen zu prüfen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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