Behörde fordert Stopp der DNA-Tests von Google

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Die US-Behörde FDA bemängelt, dass die Wirksamkeit des DNA-Tests des von Google mitfinanzierten Unternehmens 23andMe bisher nicht belegt wurde. Das Testkit erlaubt es, Privatpersonen DNA-Proben zu sammeln und an 23andMe für Untersuchungen zu schicken.

Logo 23andMeDie Food and Drug Administration, zuständig für Lebensmittelüberwachung und Arzneitmittelzulassung in den USA, hat eine Warnung per Brief an das von Google mitfinanzierte Start-up 23andMe geschickt. In diesem fordert die US-Behörde die Vermarktung des DNA-Testkits für Zuhause “umgehend einzustellen”.

Da das Produkt dazu dient, Krankheiten zu diagnostizieren und zu behandeln, benötigt es eine Zulassung durch die FDA. Obwohl hunderte E-Mails und mehr als 14 Treffen oder Telefonkonferenzen stattfanden, fehlen notwendige Unterlagen für eine Marktzulassung, heißt es jetzt. Unter anderem lägen keine klinischen Tests oder Studien zur Wirksamkeit des DNA-Tests vor, heißt es in dem Brief.

Die FDA ist besorgt, dass der DNA-Test falsche positive beziehungsweise falsche negative Ergebnisse für Krankheiten und Anfälligkeiten für Krankheiten liefert. Kunden könnten dem Brief zufolge aufgrund eines falschen Testergebnisses wichtige Medikamente absetzen oder das Risiko einer Krankheit falsch einschätzen.

In einer Stellungnahme erklärte 23andMe, dass man die Erwartungen der FDA in Bezug auf Zeitablauf und Kommunikation nicht erfüllt habe. Das Unternehmen aus Mountain View verspricht, die Bedenken der Behörde auszuräumen und den Forderungen nachkommt.

Das 23andMe wurde im April 2006 unter anderem von Anne Wojcicki gegründet. An sie ist auch der Brief der FDA gerichtet. Wojcicki ist mit Google-Mitgründer Sergey Brin verheiratet und ihre Schwester ist Vizepräsidentin bei Google.

Das Angebot von 23andMe ist seit 2008 auch in Deutschland verfügbar. Der DNA-Test kostet 99 Dollar. Kunden können damit eine DNA-Probe nehmen und sie an das Unternehmen schicken. Dieses kann auf über 250 Krankheiten oder Krankheitsrisiken testen.

Wie die Zeitung “Die Welt” 2009 berichtete, kritisierten Datenschützer und Experten damals das Unternehmen, da einerseits die Fragen nach dem Schutz der Daten nicht geklärt war und andererseits einige Krankheiten nur teilweise vorbestimmt sind. 2010 vertauschte einem Bericht des Spiegels zufolge 23andMe 96 DNA-Ergebnisse von Kunden.

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