Fujitsu kehrt London Stock Exchange den Rücken

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Der Technologie-Spezialist Fujitsu will mit einem Rückzug von der Londoner Börse Kosten sparen. Das Delisting soll bis Ende Januar 2014 abgeschlossen sein.

Juergen Walter, Chef Fujitsu Central Europe, hofft als Services-Unternehmen wieder Gewinn schreiben zu können. Quelle: Martin Schindler
Jürgen Walter, Chef Fujitsu Central Europe, hofft als Services-Unternehmen wieder Gewinn schreiben zu können. Quelle: Martin Schindler

Der japanische Technologie-Riese Fujitsu will den Handel mit Aktien an der London Stock Exchange beenden, wie die Börse mitteilt. Ziel dieses Delistings ist die Senkung von Kosten, die mit dem administrativen Aufwand für gelistete Unternehmen verbunden sind. Daher werden auch keine so genannten European Depositary Receipts (EDR) von Fujitsu mehr gehandelt.

Das Unternehmen hatte gegen Ende der Woche den Antrag gestellt. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, an den Märkten Tokoy und Nagoya weiter an der Börse bleiben zu wollen.

“In einer Unternehmensmitteilung heißt es, “Es wird nicht erwartet, dass dieses Delisting großen Einfluss auf Anteilseigner und Investoren haben wird, angesichts der niedrigen Handelsvolumen von Aktien und EDR an der LSE.”

Fujitsu geht davon aus, dass das Delisting Ende Januar 2014 abgeschlossen sein wird. Das Unternehmen ist seit 1981 an der LSE vertreten. Damals waren japanische Unternehmen noch sehr erpicht darauf, sich über die westlichen Börsen unter anderem auch europäische und die amerikanischen Märkte zu erschließen. Außerdem konnten die Unternehmen damals so die Kapital-Ausstattung erhöhen. Diese Überlegungen spielen heute offenbar keine Rolle mehr. Auch die Internationalisierung der Finanzmärkte trägt dazu bei.

Fujitsu setzt in diesem Jahr harte Sparmaßnahmen durch. So wurden weltweit – auch in Deutschland – Arbeitsplätze abgebaut. Wie Jürgen Walter, Chef von Fuijtsu Central Europe im Gespräch mit silicon.de erklärte, sei dieser Schritt aber inzwischen “abgeschlossen”. Dennoch muss Fujitsu weiter gegen rückläufige Verkäufe und Verluste ankämpfen. Der Umbau zu einer Service-Company soll das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen bringen. “Bislang aber werden wir im Markt noch nicht als Services-Anbieter wahrgenommen”, so Walter weiter.

Zudem hat Fujitsu Pläne bekannt gegeben, die US-Niederlassung Fujitsu Managament Servcies America abzuwickeln. Diese Abteilung verantwortet inzwischen nur noch den Geschäftsbereich für Scanner. Künftig wird dieser Geschäftsbereich bei der japanischen Tochter PFU angesiedelt sein. Diese Transformation soll im März 2015 abgeschlossen werden und dadurch will sich das Unternehmen flexiblere Verwaltungsstrukturen bei Scannern ermöglichen.

 

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